Erste Fortbildung zu Hygienebeauftragten in Nordhessen – Bedarf wird immer größer

Asse in Sachen Sauberkeit

Desinfektion mit Spray: Weil die Pflege aufwendiger geworden ist, steigen in Pflegeheimen auch die Anforderungen an die Hygiene. Foto: dpa

Kassel. Patienten werden heutzutage immer früher aus Krankenhäusern in Pflegeheime entlassen.

Somit wird nicht nur die Pflege aufwendiger, auch die Anforderungen an die Hygiene steigen. Denn oftmals benötigen diese Menschen eine Intensivpflege, müssen beatmet werden, brauchen Infusionen oder haben Blasenkatheter. Auch das Risiko einer Infektion durch multiresistente Keime (MRSA) nimmt zu. Wie geht man unter hygienischen Gesichtspunkten damit um? Unter anderem darüber beraten Hygienebeauftragte in Pflegeheimen.

Acht Krankenschwestern und examinierte Altenpfleger haben jetzt erstmals in Nordhessen am Institut für Fort- und Weiterbildung der Arbeiterwohlfahrt (Awo) Nordhessen ihre staatliche Prüfung als „Hygienebeauftragte in Pflegeheimen“ abgelegt. Sechs weitere haben die eineinhalbjährige Fortbildung ohne staatliche Prüfung absolviert.

„Der Bedarf ist sehr groß“, sagt Dr. Markus Schimmelpfennig, einer der vom Regierungspräsidium Darmstadt berufenen Fachprüfer. In Krankenhäusern sind Hygienefachkräfte seit 2011 vorgeschrieben, in Pflegeheimen noch nicht. Das hält Schimmelpfennig aber für dringend geboten. Die Hygienebeauftragten schulen beispielsweise das Pflegepersonal, organisieren interne Fortbildungen und kontrollieren Wohnbereiche. Dabei ist auch diplomatisches Geschick gefragt. Denn zu ihren Aufgaben gehört auch die Belehrung des Personals, wenn Hygienevorschriften wie die Desinfizierung der Hände nicht eingehalten werden.

„Im Idealfall sollten die Hygienebeauftragten als Stabsstelle bei der Heimleitung angesiedelt sein“, sagt Schimmelpfennig. Doch das ist bisher nicht klar geregelt, ebenso wie der Anteil der Arbeitszeit, den die Hygienebeauftragten für ihre Tätigkeit aufwenden. Auch eine Gehaltsanpassung durch diese besondere Qualifizierung hält Schimmelpfennig für notwendig.

„Der Blick auf die tägliche Arbeit hat sich durch die Fortbildung verändert“, sagt Helga Meyer, die für die Evangelische Altenhilfe Hofgeismar in einem Pflegeheim in Bad Wildungen arbeitet. Alle anderen Absolventen sind in den Einrichtungen der Awo beschäftigt. „Wenn man durch sorgfältige Hygiene Krankheiten verhindert, bleibt am Ende mehr Zeit für die Pflege der Menschen“, sagt die jetzt staatlich geprüfte Hygienebeauftrage Ute Zinn-Adiegwu. (mkx) Hintergrund

Von Mirko Konrad

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.