Künftig keine Vertragsabschlüsse mehr

Asta gegen kommerzielle Werbung auf Campus

Bildungsstätte als Reklameumfeld: Der Asta der Universität Kassel kritisiert kommerzielle Werbung auf dem Campus. Die Plakatrahmen sowie andere Werbeaktionen auf dem Hochschulgelände werden von einem externen Dienstleister vermarktet. Foto: Koch

Kassel. Kein Kommerz auf dem Campus: Das fordert der Allgemeine Studierendenausschuss (Asta) der Uni Kassel. Übel aufgestoßen ist der Studierendenvertretung zuletzt eine groß angelegte Promotion-Aktion eines Kasseler Finanzdienstleisters auf dem Unigelände direkt am Holländischen Platz.

Schon in der Vergangenheit hätten Studenten sich über aufdringliche Mitarbeiter an Werbeständen beschwert, sagt Asta-Vorsitzende Lea Heidbreder.

Der Asta fordert insbesondere, dass keine Verträge mehr auf dem Campus geschlossen werden dürfen. „Der Campus darf kein Ort von Kommerz und Schuldenfallen sein.“

Genau das wird die Hochschule künftig nicht mehr zulassen, wie Uni-Justiziar Dr. Nikolaj Fischer auf Anfrage mitteilt. Der Vertrag mit dem externen Dienstleister, der die Werbung auf dem Campus vermarktet, werde derzeit entsprechend geändert. Das sei auch ein Anliegen der Hochschulleitung. In Zukunft wird es also Mobilfunkanbietern, Energieversorgern oder sonstigen Unternehmen nicht mehr erlaubt sein, auf dem Campus Kundenverträge abzuschließen. Weiter erlaubt sind Werbung und Information. Tabu sind grundsätzlich Werbung für Tabak und Alkohol, für Parteien sowie rassistische, sexistische und gewaltverherrlichende Inhalte.

Seit 2006 hat die Hochschule die Vermarktung der Werbung auf dem Campus an die United Ambient Media AG (UAM) vergeben - zum einen, um die eigene Verwaltung damit nicht zu belasten, zum anderen, um als Bildungseinrichtung eine klare Trennung zu Werbeaktivitäten herbeizuführen.

Das Münchner Unternehmen, das auf Hochschulwerbung spezialisiert ist, schließt mit den Kunden Werbeverträge für die 60 Posterflächen und acht Postkartenständer auf dem Campus ab. Und es erteilt die Erlaubnis für Stände oder größere Werbeaktionen auf dem Uni-Gelände. Je nach Umfang der Aktion fallen dabei laut UAM Kosten von 50 bis 1000 Euro für den Kunden an. Von den Einnahmen führt die UAM einen Teil an die Uni ab.

„Ansehnliche“ Einnahmen

Aus Rücksicht auf den Vertragspartner könne man keine Angaben zu den Vermarktungserlösen machen, sagt Uni-Sprecher Dr. Guido Rijkhoek. Bei einem Gesamtetat von mehr als 210 Mio. Euro sei es „kein Posten, der über den Fortbestand der Universität entscheidet“. Aber es handele sich um „eine ansehnliche Summe“.

Jede Woche informiert die UAM die Hochschulverwaltung über anstehende Werbeaktionen auf dem Campus - im Schnitt zwei bis drei pro Woche. Bei größeren Vorhaben spreche man sich vorher ab, sagt Robert Hesse, bei der Immobilienverwaltung der Uni für Werbeflächen zuständig. Zu Ärger, wie bei dem offensiv werbenden Finanzdienstleister, komme es selten. Vor Jahren hätten aufdringliche Methoden eines Mobilfunkanbieters schon einmal Unmut hervorgerufen.

Die Uni hat übrigens auch eigene Litfaßsäulen und Tafeln für hochschulinterne Werbung. Die ist auf dem Campus kostenlos.

Von Katja Rudolph

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