Reaktion auf Untersuchungsausschuss zu Finanzskandal

Kasseler Asta-Vorsitzender: Haben die Fehler aus Finanzquerelen aufgearbeitet

Im Studierendenhaus auf dem Campus Nord sitzt der Asta der Uni Kassel.
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Neue Heimat, alte Probleme: Der Asta sitzt seit anderthalb Jahren im neuen Studierendenhaus auf dem Campus Nord.

Im Asta der Uni Kassel wurde zuletzt nicht sorgsam mit den Finanzen umgegangen. Dies zeigte der kürzlich vorgestellte Bericht des Untersuchungsausschuss des Studierendenparlaments. Der aktuelle Asta betrachtet die Probleme als gelöst.

Kassel – Der Asta-Vorsitzende Can Bali will nach vorne schauen. „Es ist in der Vergangenheit einiges schiefgelaufen bei der Bezahlung der Asta-Referenten. Aber das haben wir aufgearbeitet“, sagt Bali, der erst seit März im Amt ist. Der jüngst in der HNA veröffentlichte Bericht des Untersuchungsausschusses zu den Finanzquerelen in der studentischen Selbstverwaltung während der Legislatur 2019/ 2020 bilde die Vergangenheit ab.

„So ergibt sich ein schiefes Bild“, findet Bali, der für die Unabhängige Linke im Asta sitzt.

Inzwischen erhalte jeder Referent nur noch das, „was er bekommen soll“, so Bali. Das sind für einen Referenten laut Finanzordnung monatlich 748 Euro. Die Summe orientiere sich an den Bafög-Sätzen. Wie die HNA berichtete, wurden einzelnen Referenten zeitweise deutlich über 1000 Euro bezahlt. Es habe im früheren Asta die Auffassung gegeben, man könne sich jede Überstunde auszahlen, obwohl es die Finanzordnung anders vorsehe, beschreibt Bali.

Asta-Vorsitzender: Can Bali

Auch die aktuellen Referenten erhielten den Mindestlohn, aber das Stundenkontingent sei eben bis maximal 748 Euro begrenzt. „Wir haben viel Zeit in die Aufarbeitung gesteckt.“ Durch zusätzliche Kräfte in der Buchhaltung, Fortbildungen und die Beauftragung eines neuen Steuerbüros sollen auch steuerliche Probleme künftig nicht mehr auftauchen. So hatte bereits der vorherige Asta Selbstanzeige stellen müssen, weil für das ehemalige studentische Kulturzentrum K19 über Jahre keine Umsatzsteuern abgeführt wurden. Von den 300 000 Euro, die das Gremium vorsorglich an das Finanzamt überwiesen hatte, sei inzwischen mehr als die Hälfte von der Behörde zurückgezahlt worden, sagt Bali. Die Steuerschuld sei also nicht so groß gewesen wie befürchtet.

Um die Studierenden zu entlasten, sei der Asta-Beitrag von 12,40 Euro auf zehn Euro pro Semester gesenkt worden. „Wir haben unser Budget also um ein Sechstel gekürzt. Damit kommen wir auch zurecht“, so Bali.

Auf dem Erreichten dürfe sich der Asta nicht ausruhen. „Wir müssen die Strukturen weiter verbessern und die Verantwortung auf mehr Schulter verteilen“, sagt Bali. Neben der Arbeit als Referent bleibe keine Zeit, sein Studium fortzusetzen. Dafür seien viele Themen zu komplex.

Wegen einer verkürzten Legislaturperiode endet Balis Amtszeit Ende Juli nach nur vier Monaten wieder. Er wird künftig nicht im Asta sitzen, sondern hat für den Senat kandidiert. Bis Mittwoch liefen die Online-Hochschulwahlen. Dass die Beteiligung der Studenten auf zehn Prozent gestiegen ist, macht Bali Mut. Die Ergebnisse werden demnächst veröffentlicht. (Bastian Ludwig)

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