Stadtverordnetenversammlung billigt Magistratspläne

Nach heftiger Debatte: Asylbewerber sollen in Containern wohnen

Kassel. Die Kasseler Stadtverordnetenversammlung hat am Montagabend mit großer Mehrheit grünes Licht dafür gegeben, Asylbewerber und Flüchtlinge vorübergehend in sogenannten Wohncontainern unterzubringen.

Wie berichtet, plant der Magistrat, an der Bunsenstraße in der Nordstadt eine Gemeinschaftsunterkunft in Containerbauweise zu errichten, in der bis zu 150 Menschen leben sollen. Gleichzeitig bekennt sich die Stadt zur humanen Aufnahme und menschenwürdigen Unterbringung von Flüchtlingen und Asylbewerbern, die ihr vom Land zugewiesen werden.

Aktualisiert am 1. April um 12.05 Uhr

Dem Beschluss war eine zum Teil heftige Debatte vorausgegangen, die gleich am Anfang zum Eklat führte. Axel Selbert (Die Linke) verglich die Container mit Wellblechhütten, bezeichnete die Unterkünfte als „menschenunwürdig“ und sprach von „sozialpolitischem Rassismus“. Trotz mehrmaliger Ordnungsrufe der Stadtverordnetenvorsteherin Petra Friedrich (SPD) wiederholte er seine Vorwürfe, woraufhin ihm Friedrich das Wort entzog. Anschließend wurde die Sitzung unterbrochen und der Ältestenrat einberufen. Nach Wiederaufnahme der Sitzung durfte Selbert zum Thema nicht mehr das Wort ergreifen.

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-Derzeit 280 Asylsuchende in drei Heimen

Mit dem Beschluss, der auf einem gemeinsamen Antrag von SPD und Grünen basiert, wurde der Magistrat allerdings auch aufgefordert, Asylsuchende und Flüchtlinge nur in den ersten Monaten in Gemeinschaftsunterkünften unterzubringen, und zwar vorrangig in Gebäuden mit massiver Bauweise. Darüber hinaus sollen in den ersten Monaten eine professionelle soziale Betreuung und Sprachunterricht angeboten werden.

Nach einer Übergangszeit in Gemeinschaftsunterkünften sollen Flüchtlinge und Asylbewerber in Wohnungen und weiterhin im gesamten Stadtgebiet untergebracht werden. (bho)

Rubriklistenbild: © Symbolbild/nh

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