In der Atacama-Wüste machen Astronomen der europäischen Organisation ESO wegweisende Entdeckungen

In Chile den Sternen ganz nah

Die europäische Südsternwarte ESO (Europäische Organisation für astronomische Forschung in der südlichen Hemisphäre) in Chile ist eine der bedeutendsten astronomischen Einrichtungen der Welt. Der Kasseler Astronom Klaus-Peter Haupt besuchte die Sternwarten ALMA , Paranal und La Silla in der Atacama-Wüste.

Seit 50 Jahren gibt es in Chile die europäische Südsternwarte ESO (European Southern Observatory), die sich aus einer ersten Beobachtungsstation zur bedeutendsten und größten astronomischen Einrichtung der Erde gemausert hat.

Im Norden Chiles liegt die riesige Atacama-Wüste, über der die Luft extrem trocken ist (selten über 5 % Luftfeuchte). Die Anden fallen hier steil zur Pazifikküste ab, auch das sorgt für stabile Wetterlagen und viele klare Beobachtungsnächte im Jahr.

15 Mitgliedsstaaten, darunter Deutschland, Frankreich und als einziges nicht-europäisches Land Brasilien, finanzieren die Organisation jährlich mit 143 Millionen Euro.

Die älteste ESO-Sternwarte liegt auf dem Berg La Silla (2400 m) am südlichen Rand der Atacama-Wüste. Dort steht auch das leistungsfähigste Instrument zum Nachweis von erdähnlichen Planeten um ferne Sterne. In diesem Jahrhundert folgte das Paranal-Observatorium (Höhe 2600 m). Dort steht das VLT-System (Very Large Telescope; deutsch: sehr großes Teleskop). Es besteht aus vier Groß- und vier weiteren Hilfsteleskopen. Es ist die modernste Sternwarte der Erde.

Derzeit noch im Bau ist die Station ALMA. Sie entsteht in einer Höhe von 5050 Metern. Dort soll noch in diesem Jahr weltweit die höchste und größte Sternwarte fertig gestellt werden.

In zehn Jahren wird in Sichtweite von Paranal das mit 39 Meter größte Einzelteleskop E-ELT (European - Extremly Large Telescope) auf dem Berg Armazones im sichtbaren Licht und im Infraroten die Grenzen des Universums ausloten.

Zahlreiche Entdeckungen

Die Sternwarten Paranal und La Silla brachten der Astronomie zahlreiche Entdeckungen. So fanden Forscher den Beweis für die Existenz eines schwarzen Loches in unserer Milchstraße. Zurzeit beobachten die Wissenschaftler in dessen Nähe eine gewaltige Gaswolke. Die Teleskope in Paranal erlauben es, einzelne Sterne auf ihrer Bahn um das Schwarze Loch zu verfolgen. So konnte seine Masse zu vier Millionen Sonnenmassen bestimmt werden.

Es wurden nicht nur zahlreiche Planeten anderer Sterne (Exoplaneten) entdeckt, zum ersten Mal konnte man einen Exoplaneten fotografieren und Wasserdampf in seiner Lufthülle nachweisen.

Von Klaus-Peter Haupt

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