Schlagerabend

Atlantis in den Herzen: Andrea Berg in der Eissporthalle

Maritime Gewänder: Andrea Berg beim Auftritt in der Kasseler Eissporthalle. Foto:  Fischer

Kassel. Welch Glanz in der mit 5000 Zuschauern ausverkauften Eissporthalle. Dass Andrea Berg mit ihrer Tour „Atlantis“ in der als Konzertort umstrittenen Halle bei einem Besucher den Kommentar provozierte, man „solle doch endlich die Halle dorthin entsorgen, wo man die geheimnisvolle Stadt im Meer vermutet“, kann man verstehen.

Eine zeitgemäße, professionelle Veranstaltungsqualität für anspruchsvolle Kulturevents ist dort einfach nicht gegeben.

Und man kann über Schlagermusik denken, wie man will - Künstlerinnen wie Andrea Berg und Helene Fischer setzen mittlerweile Maßstäbe auf deutschen Bühnen. Regisseure, Choreografen, Bühnenbildner und jede Menge hart arbeitendes Personal sorgen für unterhaltsames Entertainment auf hohem Niveau.

Für Andrea Berg ist Atlantis ein Synonym für einen imaginären Zufluchtsort der Zufriedenheit. Eine Traumwelt, in der man unbelästigt von alltäglichen Problemstellungen zu sich selbst findet. Die Sängerin ist ein Symbol für Sehnsucht nach emotionaler Autonomie.

Sie singt und tanzt sich in herrliche Abendkleider gehüllt durch die Urgründe des deutschen Schlagers. Auf der Videowand kreisen Fische sanft zwischen den Säulen einer versunkenen Stadt, und antike Bühnenelemente dienen als die Bretter, die die Welt bedeuten.

Lieder wie „Auf zu neuen Abenteuern“, „Piraten wie wir“ und „Atlantis lebt“ regen an und fordern auf. Allerdings: Zu was eigentlich? Der Blick für das große Ganze war nie eine Stärke der Schlagermusik und so hangelt sich auch Andrea Berg von Textzeile zu Textzeile einem indifferenten Wohlgefühl entgegen.

Fotos: Andrea Berg in der Eissporthalle

Andrea Berg in der Eissporthalle

Einfach mal das Licht ausmachen, träumen und ja nicht nachdenken. Eine exzellent inszenierte Wellnesskur mit Sushi, dem Schildkrötenmann, einem seifenblasenden Kinderballett und Thomas aus dem Publikum als Luftgitarre spielender Poseidon.

Bei „Flashdance“ sorgte Tänzerin Zita mit Erotik im Bühnenregen für höchste Konzentration beim männlichen Publikum. Mit „Die Gefühle haben Schweigepflicht“, „Kilimandscharo“ und „Du hast mich tausendmal belogen“ integrierte Berg ihre Klassiker in ein Programm, das nie langweilte oder abweisend-steril wurde. Ein brillanter Sound, gute Musiker und viele kleine Details veredelten ein Konzerterlebnis, das man mit enthusiastischen Applaus angemessen zu würdigen wusste.

Von Andreas Köthe

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