"In Ruhe unsere Arbeit machen lassen“

Große Feste: Attacken gegen Sanitäter nach  Alkoholgenuss 

Auch beim Festzug sind die Sanitäter dabei: Der ASB wird bei der diesjährigen Wehlheider Kirmes mit mehreren Rettungswagen vor Ort sein, um schnell reagieren zu können.

Kassel. Keine große Feier ohne Sanitäter. Das gilt auch für die Wehlheider Kirmes am kommenden Wochenende. Seit vielen Jahren sind hier die Retter des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) Kassel im Einsatz.

800 bis 1000 Arbeitsstunden werden etwa 50 Helfer insgesamt an den vier kommenden Kirmes-Tagen ehrenamtlich leisten. Doch bei solchen Festen ist das leider nicht immer ein angenehmer Dienst, sagt ASB-Vorsitzender Michael Hillmann. Mitunter würden die Sanitäter sogar tätlich angegriffen.

Meist seien es aber verbale Attacken, mit denen die ehrenamtlichen Helfer konfrontiert werden. Insbesondere in den Abendstunden und nach häufig übermäßigem Alkoholgenuss. „Wir haben ein entsprechend breites Kreuz und ein dickes Fell“, sagt Hillmann. Dennoch sei es bedauerlich, dass das Engagement der Helfer nicht gewürdigt werde.

Michael Hillmann

Wenn die Situation zu eskalieren drohe, seien die Sanitäter sensibilisiert, sich zurückzuziehen. „Mit einem verletzten Helfer ist niemandem gedient“, sagt der ASB-Vorsitzende, der im Hauptberuf als Beamter beim Landeswohlfahrtsverband arbeitet. Noch schlimmer sei es, dass die Retter bei ihrer Arbeit häufig durch Schaulustige, die sich allzu oft auch noch einmischen wollten, behindert würden. Hillmann: „Wir wissen, was wir tun. Man sollte uns in Ruhe unsere Arbeit machen lassen.“

Die Bandbreite der Einsätze bei Festen wie dem Zissel oder der Wehlheider Kirmes reiche von schmerzhaften Blasen an den Füßen über diverse Schnittverletzungen beispielsweise durch zerbrochene Flaschen und Verletzungen durch Stürze bis hin zu Patienten mit Kreislaufproblemen und lebensgefährlichen internistischen Notfällen.

Beim Zissel am ersten Augustwochenende hatten die Helfer ungewöhnlich viele Patienten mit Insektenstichen zu versorgen. „Wespenstiche im Mundraum können auch für Nichtallergiker gefährlich werden“, warnt Hillmann, Deshalb sollte man beim Essen vorsichtig sein. Und beim Trinken ist es sogar angeraten, vorher - zur Kontrolle - ins Glas zu schauen. Aus der Flasche sollte man möglichst nicht trinken. Noch ein Gesundheitstipp für die Kirmes am kommenden Wochenende: Da wieder hochsommerliche Temperaturen erwartet werden, sollte man tagsüber ausreichend essen und vor allem trinken (Wasser, Tee oder Säfte), um Kreislaufbeschwerden vorzubeugen. Beim Feiern und dem Konsum von Alkohol sollte man möglichst die individuellen Grenzen im Blick behalten.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.