Viele Familien nutzten die Angebote

Attraktion für Jung und Alt: 100.000 kamen zur Museumsnacht

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Blaue Stunde: Das Museum Fridericianum zog viele Besucher der Museumsnacht an. Von den Treppenstufen verfolgten etliche das nächtliche Treiben.

kassel. Eine laue Sommernacht, lange Schlangen im Kulturbahnhof und viele Menschen auf den Stufen des Fridericianums: Kassel erlebte eine rauschende Kunstnacht. Die Stadt lebte auf – ein Hauch von documenta-Flair wehte über den Friedrichsplatz.

Da passte es prima, dass sich das Fridericianum in der Museumsnacht als eine Art Kunstlabor präsentierte. Besucher konnten dort die Vorbereitungen für die erste große Ausstellung der neuen Kunsthallen-Chefin Susanne Pfeffer miterleben und mittels Internettelefonie mit den Künstlern aus verschiedenen Erdteilen in einen Kunstdialog treten. Sehr spannend.

Nicht nur gucken, sondern aktiv mitmachen: Auch für die Kinder gab es viele Angebote. Im Naturkundemuseum konnten sie zum Beispiel kleine Fossilien freilegen, einen indianischen Federball basteln und Geschirr aus Knete herstellen. Ein Renner war auch der mit rotem Samt beschlagene Thron im Brüder-Grimm-Museum, auf dem Eltern ihre kleinen Prinzen und Prinzessinnen mit Krönchen und Umhang in Szene setzen und fotografieren konnten. „Es macht Spaß“, sagte Aufsicht Sarah Schwarzer (22), die sich über den Zuspruch freute.

Impressionen von der Museumsnacht

Impressionen von der Museumsnacht, Teil 1

Impressionen von der Museumsnacht, Teil 2

Viele nutzten die Gelegenheit um kurz vor Schluss einen Blick in die Grimm-Ausstellung in der documenta-Halle zu werfen, die gestern zu Ende ging. In der Neuen Galerie scharten sich die Besucher um Museumsnacht-Kritiker Dr. Christian Saehrendt („Zissel fürs Bildungsbürgertum“), der eine „Definitive Gebrauchsanweisung für moderne Kunst“ vorstellte.

Im Museum für Sepulkralkultur am Weinberg konnte man den Abend entspannt ausklingen lassen. Dort erklangen am Abend Flamenco- und Tango-Rhythmen. Die Plätze auf der von Kerzen stimmungsvoll erleuchteten Terrasse mit dem weiten Blick über die nächtliche Südstadt waren heiß begehrt.

Auch Karin Keil aus Fuldatal-Ihringshausen genoss die außergewöhnliche Atmosphäre. „Großartig“, schwärmte die 71-Jährige. „So entspannt. Ich bin ganz begeistert von der Stadt und dem Flair.“

100.000 bei Museumsnacht

100.000 Menschen strömten am Samstagabend bei schönstem Spätsommerwetter in die 42 Kasseler Museen und Kultureinrichtungen, die sich an der langen Nacht beteiligten. Mehr als 330 Einzelveranstaltungen, darunter viele Mitmachangebote für Kinder, lockten die Kunstfreunde an. Gut besucht war auch die Neue Galerie an der Schönen Aussicht, die sich in einem warmen Licht zeigte.

Von Ellen Schwaab

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