77 Mitarbeiter und 150 Azubis betroffen

Auch Buntstift ist pleite: AKGG-Tochter hat Insolvenz angemeldet

Kassel. Noch eine Pleite bei einer Kasseler Sozialeinrichtung: Am Freitag ist auch beim gemeinnützigen Ausbildungsbetrieb Buntstift das vorläufige Insolvenzverfahren eröffnet worden – nur drei Tage nach der Zahlungsunfähigkeit des Arbeitskreises Gemeindenahe Gesundheitsversorgung (AKGG).

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Er ist alleiniger Gesellschafter von Buntstift. Das Amtsgericht Kassel hat Franz-Ludwig Danko von der bundesweit tätigen Kanzlei Kübler zum vorläufigen Insolvenzverwalter ernannt. Betroffen sind 77 Mitarbeiter sowie die etwa 150 Auszubildenden und Produktionsschüler. Ihre Gehälter sind bis Ende Januar über das Insolvenzgeld der Arbeitsagentur abgesichert. Wie vielen Gläubigern Buntstift Geld schuldet, steht noch nicht fest.

Betrieb soll weiterlaufen

Wie beim AKGG, dessen Insolvenz Rechtsanwalt Carsten Koch von Westhelle und Partner verwaltet, soll auch bei Buntstift der Betrieb nicht beeinträchtigt werden. „Unterricht, Ausbildung und Beratungsangebot laufen ohne Einschränkungen weiter“, teilte Danko mit. Er will sich nun ein genaues Bild der Situation verschaffen. Denkbar sei eine Sanierung durch Übertragung an einen neuen Eigentümer oder über einen Insolvenzplan.

Noch am Mittwochabend hatten die Geschäftsführer des AKGG, Anja Marquardt, Robert Moos und Rut Wilcken, gegenüber der HNA erklärt, die Tochtergesellschaften seien nicht von der Insolvenz betroffen. Sie sind zugleich Geschäftsführer bei Buntstift. Zu diesem Zeitpunkt hatte das Gericht bereits Danko als Gutachter beauftragt, die Lage zu prüfen. Am Donnerstag empfahl er dann, das vorläufige Insolvenzverfahren zu eröffnen. Das Amtsgericht schloss sich diesem Vorschlag Freitag an.

Wilcken beteuerte Freitag auf Nachfrage, dass die beiden anderen AKGG-Töchter, das Psychosoziale Zentrum Schwalm-Eder-Nord und der Borkener Abgasanlagenhersteller Agatec wirtschaftlich sicher seien. „Daran wird sich auch nichts ändern“, sagte Wilcken. Insolvenzverwalter Danko erklärte derweil, dass die Buntstift gGmbH wegen der AKGG-Insolvenz derzeit Schwierigkeiten mit der Projektfinanzierung habe.

Von Marcus Janz

Rubriklistenbild: © HNA/Konrad

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