Fassadenarbeiten am Kulturbahnhof: Auch documenta 13 mit Gerüst

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Jetzt tut sich was auf dem Gerüst: Zu Voruntersuchungen haben Fachleute einige der Fassaden-Verkleidungsplatten abgenommen. Die eigentliche Sanierung soll im November beginnen.

Kassel. Nach fünf Jahren Stillstand auf dem Gerüst vor dem Nordflügel des Kulturbahnhofs sind jetzt erstmals Bauarbeiter zu sehen. An mehreren Stellen ist der Blick auf das sanierungsbedürftige Gemäuer frei, nachdem Fachleute ein paar der Verkleidungsplatten aus Muschelkalk abgenommen haben.

Allerdings ist nicht zu erwarten, dass die denkmalgeschützte Fassade bis zum documenta-Start im Juni 2012 fertig saniert sein wird. Auf Anfrage der HNA teilte ein Bahn-Sprecher am Donnerstag mit: „Die Arbeiten werden voraussichtlich bis in die Zeit der documenta andauern.“

Bei der Stadt stößt diese Aussage auf „totales Unverständnis“, wie Rathaussprecher Hans-Jürgen Schweinsberg sagte. Die Problematik der Sanierung sei seit Jahren bekannt, ebenso der documenta-Termin. „Die Bahn hat wirklich lange genug Zeit gehabt“, schimpft Schweinsberg: „Wir erwarten, dass die alles daran setzen, doch noch rechtzeitig fertig zu werden.“ Dazu werde sich die documenta-Stadt in Kürze offiziell an die Deutsche Bahn AG wenden.

Gerüst steht seit 2006

Alle Informationen zum Kulturbahnhof gibt es hier im Regiowiki

Das Gerüst war im Jahr 2006 aufgestellt worden, nachdem Fassadenteile bei einem Sturm herabgefallen waren. Bereits im Vorfeld der documenta 2007 hatte Oberbürgermeister Bertram Hilgen die Bahn aufgefordert, die nötigen Arbeiten rechtzeitig abzuschließen. Nun hofft die Stadt darauf, dass dies wenigstens noch bis zur kommenden Kunstschau gelingen kann – zumal documenta-Leiterin Carolyn Christov-Bakargiev hat durchblicken lassen, dass sie nächstes Jahr rund um den Kulturbahnhof deutlich größere Flächen als bei bisherigen documentas bespielen will.

Im vergangenen Oktober schließlich hatte die Bahn umfangreiche Sanierungsarbeiten im Investitionswert von 850 000 Euro angekündigt. Die Arbeiten würden im Lauf des Jahres 2011 abgeschlossen, hieß es damals.

Korrigierter Zeitplan

Dieser Zeitplan wurde seitens der Bahn inzwischen nach hinten korrigiert: Mit den eigentlichen Fassadenarbeiten solle voraussichtlich im November begonnen werden, sagte der Bahn-Sprecher. Bei den momentanen Aktivitäten handele es sich um Voruntersuchungen.

Erst deren Ergebnisse brächten letztlich Klarheit über Aufwand und Kosten der Fassadensanierung, erläuterte Heinz Kefenbaum vom städtischen Amt für Denkmalpflege. Die Fachleute würden die Tragfähigkeit des Untergrundes untersuchen, indem sie an diversen Stellen Verankerungen für die Platten anbringen und die Belastbarkeit testen. „Da kommt es auf die Ergebnisse an; aufgrund der Resultate wird dann weitergeplant“, sagte auf Anfrage Diplomingenieur Reinhard Paulun vom federführenden Kasseler Büro crep.D.

„Zehn Monate Zeit haben die noch“, konstatierte Frank Thöner vom Verein Kulturbahnhof. Dass sich die Planer bei der Bahn von der documenta-Perspektive leiten ließen, könne allenfalls „eine Hoffnung“ sein, meinte Thöner.

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