Der Wehlheider Wochenmarkt feiert am Freitag sein Jubiläum mit Angeboten

Auch mit 30 noch frisch

Seit 30 Jahren bei den Kunden beliebt: Wiebke Conrad und Christoph Opper-Conrad kaufen im August dieses Jahres frisches Gemüse auf dem Wehlheider Wochenmarkt ein. Archivfoto:  Koch

Wehlheiden. Für sechs Stunden entwickelt sich der Wehlheider Platz jeden Freitagvormittag zum Zentrum des Kasseler Westens. Dann kommen nämlich nicht nur Menschen aus Wehlheiden, sondern auch aus den benachbarten Stadtteilen, um sich auf dem Wehlheider Wochenmarkt mit frischen Lebensmitteln einzudecken. An diesem Freitag, 11. Oktober, feiert der Markt seinen 30. Geburtstag.

Von der Markthalle einmal abgesehen, ist das Wehlheider Modell einmalig in der Stadt Kassel. „Es hat ja mehrere Versuche gegeben, diesen Markt zu kopieren, aber es ist nie gelungen“, sagt Norbert Sprafke. Der Ortsvorsteher von Wehlheiden gehörte zu jenen Sozialdemokraten, die sich vor weit mehr als 30 Jahren bereits dafür eingesetzt hatten, dass im alten Ortskern von Wehlheiden ein Markt installiert wird. Zusammen mit Lisa Vollmer und den mittlerweile Verstorbenen Horst Peter, Jakob Dingler, Werner von Rüden und Schorsche Holstein nervte er die Verantwortlichen im Rathaus offenbar gewaltig, bis diese schließlich doch grünes Licht für den Markt gaben. In der Stadtverwaltung hatte man wohl Angst davor gehabt, dass der Wehlheider Markt eine zu große Konkurrenz für die Markthalle bedeuten könnte. Zudem habe es eine große Bürgerbeteiligung gegeben.

Sanierung des Ortskerns

Mit der Eröffnung des Marktes sei vor 30 Jahren auch die Sanierung des alten Ortskerns abgeschlossen worden, sagt Sprafke. Zuvor war die Witt-rockstraße als Umgehung gebaut worden, Frieden- und Hentzestraße zu den ersten verkehrsberuhigten Zonen im Stadtteil erklärt worden.

Den Erfolg des Marktes, auf dem auch jedes Jahr die Wehlheider Kirmes eröffnet wird, erklärt sich Sprafke damit, dass er sich auch zum sozialen und kommunikativen Treffpunkt im Stadtteil entwickelt hat. „Das ist mehr als nur Verkauf.“

Aber das Angebot muss natürlich auch stimmen. Werner Sauer, seit vielen Jahren Vorsitzender des Beirats des Wochenmarktes, führt den Erfolg auf das richtige Sortiment und die geeigneten Marktbeschicker zurück. Neben vielen Selbsterzeugern, die für kurze Wege bis zum Konsumenten sorgten, setze man auf Kontinuität. „Wir haben bestimmt zehn Stände, die seit der ersten Stunde dabei sind“, sagt Sauer. Diese Marktbeschicker sollen am Freitag geehrt werden. Auch Schorsche Holstein, der viele Jahre lang den Markt geführt hat, hat die Marktgemeinschaft nicht vergessen. Auf das Grab des im Jahr 2006 verstorbenen Wehlheider Urgesteins wurde anlässlich des Geburtstages ein Blumenstrauß gelegt.

Bei der Feier am Freitag, die um 10 Uhr beginnt, gibt es nicht nur Sonderangebote und Attraktionen für Kinder. Neben Oberbürgermeister Bertram Hilgen wird auch Ex-OB Hans Eichel erwartet, der damals den Markt schließlich doch genehmigt hatte. Eichel wird wohl so manche Geschichte von den unnachgiebigen Wehlheidern zum Besten geben können.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

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