Vor allem in Kassel

Auch in Nordhessen Razzien gegen mutmaßliche Salafisten

Kassel. Vor dem Hintergrund des Verbots des radikal-salafistischen Vereins „Die wahre Religion“ (DWR) sind laut Hessischem Landeskriminalamt am Dienstagmorgen neun Orte in Kassel durchsucht worden.

Ebenso viele Verbotsverfügungen wurden an Anhänger der Vereinigung überreicht. Einzelheiten zu den Durchsuchungen wollte das LKA nicht nennen.

Aktualisiert um 16.18 Uhr

Die großangelegte Razzia hatte zeitgleich um 6.30 Uhr in mehreren westdeutschen Bundesländern und Berlin begonnen, nachdemBundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) die Vereinigung gestern verboten und aufgelöst hatte. Der Verein DWR – auch als „LIES! Stiftung“ bekannt – steht hinter umstrittenen Koran-Verteilungen in deutschen Städten. Auch in Kassel hatte er in der Vergangenheit an Infoständen in der Innenstadt kostenfreie Exemplare des Korans verteilt.

Insgesamt hat die Polizei in Hessen rund 70 Anhänger der radikal-salafistischen Vereinigung "Die wahre Religion" im Visier gehabt.

Ihnen wurden Verbotsverfügungen ausgehändigt, wie Innenminister Peter Beuth (CDU) am Dienstag erklärte. Schwerpunkt des Polizeieinsatzes in 20 hessischen Städten waren das Rhein-Main-Gebiet und Nordhessen, hier vor allem in Kassel. Rund 600 Beamte waren in Hessen im Einsatz, darunter auch Spezialkräfte. 

Das Verbotsverfahren des Bundesinnenministeriums sei auf Anregung Hessens vorangetrieben worden, teilte das Innenministerium in Wiesbaden mit.

Der Verein, auch als "LIES! Stiftung" bekannt, war vielerorts mit so genannten Koranverteilungsaktionen in Fußgängerzonen in Erscheinung getreten, so in Hessen unter anderem in Frankfurt, Kassel, Wiesbaden, Darmstadt, Fulda, Limburg und Marburg.

Bei dem Polizeieinsatz wurden laut Polizei im Wesentlichen zahlreiche Datenträger und Laptops sowie Flyer und Druckwerke sichergestellt. Festgenommen wurde niemand. (dpa/abg/use/nis)

Rubriklistenbild: © dpa

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