Straftaten-Serie in Kassel – Polizei schließt nicht aus, dass es sich um eine Bande handelt

Audi Q5 ist bei Dieben gefragt

Darauf haben es die Täter abgesehen: Audi Q 5 werden derzeit besonders häufig in Stadt und Landkreis Kassel gestohlen.
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Auf dieses Auto haben es die Täter abgesehen: Audi Q 5 werden derzeit besonders häufig in Stadt und Landkreis Kassel gestohlen.

Es gibt momentan kaum einen Tag, an dem bei der Polizei kein Autodiebstahl aus der Stadt oder dem Landkreis Kassel angezeigt wird. Seit dem 12. September gebe es eine Häufung von Kfz-Diebstählen, bestätigt Polizeisprecher Matthias Mänz. Besonders auffällig sei, dass die Täter es fast ausschließlich auf Audi Q 5 abgesehen haben.

Kassel- Inzwischen seien fünf solcher SUV-Fahrzeuge im Wert zwischen 30000 und 65000 Euro in Kassel, Nieste und Lohfelden gestohlen worden. Zusätzlich wurde ein BMW X 5 in der Nacht zum Mittwoch, 23. September, in Lohfelden gestohlen.

Die Ermittler des K 21/22 der Kripo würden aufgrund der zeitlichen Nähe nicht ausschließen, dass die Taten auf das Konto ein und derselben Gruppe gehen. Die genaue Vorgehensweise der Täter sei zwar noch nicht bekannt, so Mänz, die Ermittler gingen aber aufgrund der Erkenntnisse aus vergangenen Ermittlungsverfahren davon aus, dass die Keyless-Go-Funktion der Autos eine Rolle gespielt haben dürfte.

Diebe beschaffen sich Signal des Autoschlüssels

Wie funktioniert diese Masche? Autodiebe machen sich diese Funktion zunutze, indem sie nachts mit einem Gerät, einem Funkstreckenverlängerer, an Hauswänden entlangschleichen und versuchen, das Signal des im Haus liegenden Fahrzeugschlüssels aufzunehmen und zu verlängern, erklärt der Polizeisprecher. Am Auto befindet sich dann meistens ein zweiter Täter, der das verlängerte Signal ausnutzt und das Auto wie mit dem Originalschlüssel öffnen und starten kann.

Die Kasseler Polizei habe bereits ihr Streifenkonzept entsprechend dieser Entwicklungen angepasst. Die Beamten seien hinsichtlich der nächtlichen Fahrzeugdiebstähle besonders sensibilisiert worden. „Darüber hinaus sind wir jedoch auch dringend auf schnelle Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen, insbesondere bei verdächtigen Beobachtungen in der Nacht“, so Mänz. Hier gelte der Grundsatz: Lieber einmal zu viel als einmal zu wenig die Polizei angerufen.

1. Legen Sie den Schlüssel nie in der Nähe der Haus- oder Wohnungstür ab beziehungsweise versuchen Sie, das Funksignal durch geeignete Maßnahmen (zum Beispiel Aluminiumhüllen) abzuschirmen. Machen Sie vorher den Selbsttest. Nur wenn das Fahrzeug sich nicht einmal dann öffnet, wenn Sie den „abgeschirmten“ Schlüssel direkt neben die Fahrzeugtür halten, haben auch die Diebe mit der Überlistung dieser Technik keine Chance.

2. Achten Sie beim Aussteigen aus dem Wagen auf Personen mit Aktenkoffern in Ihrer unmittelbaren Nähe. Dabei könnte es sich um professionelle Autodiebe handeln.

3. Fragen Sie bei dem Hersteller Ihres Fahrzeuges, ob für Ihr Fahrzeug der Komfortzugang temporär deaktiviert werden kann. Manche Hersteller bieten am Schlüssel die Funktion, durch zweimaliges Drücken auf die Verriegelungs-Taste am Schlüssel, die Keyless-Funktion ganz auszuschalten. Fragen Sie bei Ihrer Fachwerkstatt nach, welche Möglichkeit es speziell für Ihr Fahrzeug gibt.

4. Des Weiteren gibt es funkdichte Hüllen für Keyless-Schlüssel. So können die Diebe den Funkschlüssel nicht über längere Strecken übertragen. Hinweise in allen Fällen an die Polizei unter Tel. 05 61/9100. (use)

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