Leck in Leitung

Auebad in Kassel: Dampf kam nicht aus der Sauna

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Es dampfte am Freitagmorgen auf dem Mitarbeiterparkplatz des Kasseler Auebads: Nachdem 120 Grad heißes Wasser aus der Fernwärmeleitung ausgetreten war, stieg dieses in Form von Wasserdampf an die Oberfläche.

Kassel. Ein Leck in der Fernwärmeleitung haben Mitarbeiter des Auebads am Freitag gegen 6 Uhr auf dem Mitarbeiterparkplatz entdeckt.

Wer am Freitagmorgen am Auebad an der Fulda vorbeikam, hätte auf den Gedanken kommen können, dass die Saunalandschaft im Freien beziehungsweise das Dampfbad aufgerüstet worden wären. Dampfschwaden stiegen an dem im Jahr 2013 eröffneten Kombibad in die Höhe. Wie sich aber schnell herausstellte, war nicht die Vergrößerung der Saunalandschaft, sondern ein Leck in der Fernwärmeleitung für dieses Phänomen verantwortlich.

Zu Beginn der Frühschicht, also gegen 6 Uhr, hatten Mitarbeiter des Auebads auf ihrem Parkplatz den Dampfaustritt bemerkt. Kurze Zeit später war klar: Ein Leck in der Fernwärmeleitung ist für das Austreten des rund 120 Grad warmen Wasserdampfes verantwortlich.

Zunächst kam man bei den Städtischen Werken, Betreiberin des Auebads, zu dem Ergebnis, das Bad am Freitag gar nicht zu öffnen. Kurze Zeit später revidierte Bäderchef Jens Herbst allerdings diese Entscheidung: „Es ist noch genügend heißes Wasser in der Leitung und somit auch im Bad vorhanden. Wir können öffnen.“

Lexikonwisen: 

Das Auebad im Regiowiki

Es sei praktisch, dass die Experten für Fernwärme zum selben Konzern gehörten, sagte Ingo Pijanka, Sprecher der Städtischen Werke. So wurde gleich am Morgen die undichte Stelle mit einem Bagger vorsichtig aufgegraben. In einer Tiefe von etwa 1,50 Meter legten Techniker der Städtische Werke Energie + Wärme GmbH die Fernwärmeleitung an der betroffenen Stelle frei und begutachteten den Schaden.

„Das sah spektakulärer aus, als es in Wirklichkeit war“, sagt Pijanka. Aufgrund der Minusgrade war das Wasser auf 120 Grad in der Fernwärmeleitung erhitzt worden. Dadurch sei der Dampfaustritt so deutlich sichtbar gewesen.

Ingo Pijanka

Allerdings sei das Leck so gering gewesen, dass die Leitung nicht abgestellt werden musste. „Wenn es wärmer gewesen wäre, hätten wir den Schaden vielleicht gar nicht so schnell erkannt“, sagt Pijanka. Allerdings sei es auch gar nicht so einfach, die Fernwärmeleitung abzustellen, weil daran das komplette Bad und auch die benachbarten Gewächshäuser in der Karlsaue dranhängen, erklärte einer der Experten.

Die Techniker der Städtischen Werke stopften das Leck in dem Stahlrohr, das einen Durchmesser vom 11,5 Zentimeter hat, am Freitag zunächst provisorisch. Der Schaden soll in den kommenden Tagen dann komplett behoben werden, der Betrieb des Bades soll dabei ganz normal weiterlaufen.Archivfoto:  Fischer (nh)

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