CDU: Kosten um 24 Prozent überzogen – Rot-Grün: Nur 3,2 Prozent

Auebad, Stadtmuseum, Hafenbrücke: Baut die Stadt Kassel deutlich zu teuer?

Kassel. Auebad, Stadtmuseum, Hafenbrücke – das sind nur drei Beispiele für Bauprojekte in Kassel, die am Ende deutlich teurer waren als geplant. Wie hoch die Mehrkosten bei Bauten in Kassel wirklich sind, darüber gab es am Montagabend in der Stadtverordnetenversammlung großen Streit zwischen SPD/Grünen und CDU.

Für Rot-Grün hat die Stadt günstig gebaut und die Kosten nur um 3,2 Prozent überzogen. Eine andere Rechnung präsentiert die CDU: die Steigerung liege bei 24 Prozent. Deswegen beantragte die CDU ein so genanntes Zielkostenmanagement bei öffentlichen Bauten, um die Kosten in den Griff zu kriegen.

Doch das bügelte die rot-grüne Mehrheit ab. Die Begründung: Die Stadt baue geradezu „grandios“ günstig. So nannte Stefan Markl (SPD) die Zahlen, die Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne) dem CDU-Antrag entgegenhielt. Könnte sie eine Schulnote verleihen, würde Eva Koch (Grüne) sogar eine „1+ mit Sternchen“ geben. Ein Zielkostenmanagement, wie von der CDU beantragt, sei gar nicht notwendig.

Nach einer SPD-Anfrage hatte Nolda das Hochbauamt Bilanz über 625 Bauprojekte von 2002 bis 2013 ziehen lassen. Bei einem Gesamtvolumen von 291 Millionen Euro habe es Nachforderungen von 9,3 Millionen Euro gegeben. Ein solches Plus von umgerechnet nur 3,2 Prozent gelte beim Bauen als „marginal“.

Nach Recherchen von Dominique Kalb für die CDU-Fraktion gingen allein seit der Kommunalwahl 2011 Ausgabensteigerungen von 7,7 Millionen Euro bei 32 Projekten durch städtische Gremien. Bei geplanten Kosten von 32,6 Millionen Euro ist das eine Steigerung von 24 Prozent.

Kalb kritisierte ebenso wie Linken-Fraktionschef Norbert Domes, dass Nolda für die ihn unterstützenden Fraktionen von SPD und Grünen lediglich die Projekte im Hochbauamt bilanziert habe. Es gebe aber noch mehr Ämter und städtische Eigenbetriebe, die teurer bauten als geplant. (clm)

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