Karlswiese kann noch nicht für Zissel freigegeben werden

Auedamm und Kulturzelt-Platz: Blindgänger vor Freiluftsaison entschärft

Die abgeschlossene Blindgängersuche auf der Karlswiese hat ihre Spuren hinterlassen: Wo im Sommer die Kasseler die Sonne genießen, präsentiert sich derzeit eine Ackerlandschaft.

Im April will die Museumslandschaft Hessen-Kassel (MHK) neuen Rasen einsäen. „Wenn das Wetter mitspielt, kann die Fläche im Sommer wieder belastet werden“, sagt Michael Boßdorf, Leiter der MHK-Gärten.

Für den Zissel, der dort bis vorletztes Jahr seine Fahrgeschäfte aufstellen durfte, könne die Fläche aber noch nicht freigegeben werden. Denn zunächst müsse über den Sommer und Herbst hinweg der Weg, der um die Karlswiese herumführt, ebenfalls auf Bomben untersucht werden. Der Zissel wird sich deshalb auch dieses Jahr auf den Auedamm beschränken.

Projekt dauert noch Jahre

Aber auch wenn die Arbeiten rund um die Karlswiese beendet sind, hat die Bombensuche im Aue- und Bergpark noch lange kein Ende. „Wir wollen die Parks komplett untersuchen. Das wird etliche Jahre dauern“, sagt Boßdorf. Die Entschärfung sei nicht immer einfach, da die Kampfmittel teilweise im Wurzelbereich der Bäume lägen. Zu den insgesamt kalkulierten Kosten konnte die MHK bisher keine Angaben machen.

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Jahrelang Bomben unter Zissel und Kulturzelt?

Bei der kommende Woche anlaufenden Sondierung am Auedamm werden nunjene Verdachtsstellen überprüft, die direkt an der Straße beziehungsweise auf den Parkplätzen liegen. Eine Bombe wird unter dem Parkplatz an der Drahtbrücke vermutet, auf dem jährlich das Kulturzelt stattfindet. Zwei weitere im Bereich des Baumhains zwischen Drahtbrücke und Orangerie, wo im Sommer der Zissel seine Biergärten aufbaut. Eine vierte an der Wendeschleife in Höhe der Orangerie. Bei den Arbeiten soll möglichst vermieden werden, die Straße aufzureißen.

Weil der Auedamm in dem Bereich von Montag bis Freitag abgesperrt werden muss, nutzt die Stadt die Gelegenheit, um in der Wendeschleife das Pflaster zu erneuern.

Wenn in der übernächsten Woche der Parkplatzstreifen in Richtung Auebad abgesucht wird, wo ebenfalls mindestens zwei Bomben vermutet werden, ist eine Sperrung der Straße nicht nötig. Dafür werden nur die jeweiligen Parkplätze abgesperrt, sagt Uwe Bischoff vom Straßenverkehrsamt der Stadt.

Das Freilegen der Blindgänger verläuft unterschiedlich: Zum Einsatz kämen sowohl Spaten, Minibagger, aber auch große Bohrer, sagt Boßdorf von der MHK. Bislang seien vor allem Stabbrandbomben gefunden worden. Diese haben eine vergleichsweise geringe Sprengkraft – weshalb nicht so weiträumig abgesichert werden muss. „Die Gefahr dieser Bomben, die mit Phosphor gefüllt sind, geht von den giftigen Dämpfen aus, die austreten können“, sagt Boßdorf.

Kampfmittel-Experten warnen schon länger davor, dass die Blindgänger durch die Alterung zum Teil gefährlich werden.

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