Auestadion-Vorplatz soll nach Sportlerin Leni Junker benannt werden

Kassel. Das Auestadion strahlt in neuem Glanz, ebenso sein Vorplatz. Jetzt soll er auch einen wohlklingenden und respektablen Namen erhalten. Nach dem Willen des Ortsbeirats soll er nach der Kasseler Leichtathletin Leni Junker benannt werden.

Das haben die Mitglieder des Ortsbeirats der Südstadt beschlossen. Sie haben das Vorschlagsrecht für einen neuen Namen.

In den zwanziger Jahren schrieb Leni Junker (1905 - 1997) Leichtathletik-Geschichte. Der Reporter, der im August 1926 für das „Casseler Tagesblatt“ von den Meisterschaftskämpfen der Deutschen Turnerschaft im Düsseldorfer Rheinstadion berichtete, überschlug sich vor Begeisterung. Die junge Kasselerin von der Casseler Turngemeinde lief auf 100 Meter die Weltbestzeit von 12,3 Sekunden.

Im Jahr 1928 nahm die Kasselerin an den Olympischen Spielen in Amsterdam teil und errang als Schlussläuferin mit der deutschen 4x100-Meter-Frauenstaffel die Bronzemedaille. Es waren die ersten Spiele, an denen Frauen überhaupt teilnehmen durften.

Eine Kasseler Persönlichkeit

„Leni Junker ist eine Kasseler Persönlichkeit“ sagt Ortsvorsteher Harald Doenst, „vor allem ist sie eine herausragende Leichtathletin.“ Sie passe hervorragend zum Auestadion, das auf Leichathletik spezialisiert sei.

Das Procedere sieht vor, dass der Vorschlag jetzt dem Amt für Vermessung und Geoinformation vorgelegt wird. In Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv wird geprüft, ob die vorgeschlagene Person eine Vita aufweist, an der nichts zu beanstanden ist, und ob sie keine Nazi-Vergangenheit hat.

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Das Kasseler Archiv der Deutschen Frauenbewegung hatte dem Ortsbeirat der Südstadt den Namen Leni Junker ans Herz gelegt. „Es gibt nicht sehr viele Daten über sie“, sagt Dr. Gilla Dölle vom Frauenarchiv. Die Lebensläufe von Sportlerinnen seien im Allgemeinen historisch wenig erforscht.

Nach Recherchen des Archivs der Deutschen Frauenbewegung gebe es aber keine Nazi-Flecken auf Junkers weißer Weste. Dölle findet, dass Junker eine ideale Namenspatronin für den Auestadion-Vorplatz abgibt. Auch Wolfgang Schmidt vom Amt für Geoinformation äußert sich spontan angetan: „Ich freue mich darüber, dass der Ortsbeirat eine Frau vorschlägt.“

Nach einem Beschluss der Kasseler Stadtverordneten sollen neue Straße bevorzugt nach Frauen benannt werden. Es gibt 1378 Straßennamen in Kassel, 509 beziehen sich auf Personen, davon 448 auf Männer und 46 auf Frauen. (chr)

Mehr über Leni Junker lesen Sie im RegioWiki.

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