Deutscher Meister im Fahrrad-Trial

Kasseler Polizeibeamte wird vom Sportförderprogramm unterstützt

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Spitzensportler im Revier Ost: Polizeidirektor Uwe Papenfuß (rechts) übergab Wolfgang Wenzel (Zweiter von rechts) dessen Zeugnis. Der Erste Polizeihauptkommissar Wilhelm Küllmer (links) und Polizeihauptkommissar Daniel Asare begrüßen den neuen Kollegen.

Kassel. Ganoven, die auf dem Fahrrad flüchten wollen, haben bei ihm schlechte Karten. „Auf dem Rad entkommt mir keiner“, sagt Wolfgang Wenzel. Der 22-Jährige aus Niestetal überwindet auf dem Rad jedes Hindernis, ob Stock oder Stein.

Wenzel ist bereits deutscher Meister (2008) und mehrfacher Hessenmeister im Fahrrad-Trial gewesen, zudem ist der Sportler, der für den TSV Heiligenrode startet, bei vier Weltmeisterschaften dabei gewesen.

Seit dem 1. August gehört der erfolgreiche Radfahrer dem Sportförderprogramm der hessischen Polizei an. Das Programm ermöglicht es den Sportlern, Training und Wettbewerbe in Einklang mit dem Dienst bei der Polizei zu bringen. Zudem darf Wenzel, der im Sommer sein Studium an der Hessischen Hochschule für Polizei und Verwaltung abgeschlossen hat, seine ersten Erfahrungen als Hauptkommissar im Kasseler Revier Ost in Bettenhausen sammeln. Das ist nicht üblich. Normalerweise müssen alle jungen Polizeibeamten ihre berufliche Laufbahn in Frankfurt beginnen.

Deutscher Meister und Hessenmeister: Trial-Spezialist Wolfgang Wenzel fährt für den TSV Heiligenrode und geht nun für das Revier Ost auf Streife.

Wenzel, der bereits sein Praktikum in Bettenhausen gemacht hat, hatte sich das Revier als Arbeitsplatz gewünscht. So kann er dienstortnah in seinem Verein trainieren. Das Förderprogramm ermögliche, dass die Sportler ihren Trainings- und Wettkampfplan quasi um den Dienst herumbauen, sagt Polizeidirektor Uwe Papenfuß. Der Leiter der Polizeidirektion Kassel übergab dem jungen Kollegen am Donnerstag persönlich dessen Zeugnis mit der Note „Gut“.

Mit dem Programm will die hessische Polizei einerseits Spitzensportler unterstützen, andererseits sollen sie als Vorbilder auch die Polizei repräsentieren, sagt Papenfuß. „Wir erwarten von den Sportlern ein vorbildliches Auftreten im Dienst.“

Wolfgang Wenzel wird genauso wie jeder Polizeikommissar für seinen Regeldienst besoldet. Für das Training und Wettkämpfe wird er allerdings freigestellt.

Für die Kollegen bedeute die Sonderstellung des neuen Kollegen keine Mehrbelastung, sagt der Erste Polizeihauptkommissar Wilhelm Küllmer, Leiter des Reviers Ost. Die Stelle für den Spitzensportler ist – finanziert durch das Förderprogramm – zusätzlich geschaffen worden. Küllmer setzt auf die besonderen Fähigkeiten seines jungen Kollegen, für den bereits ein Dienstfahrrad bestellt ist. „In der Fuldaaue, die zu unserem Deinstbezirk gehört, machen sich Fahrradstreifen sehr gut“, sagt der Chef des Reviers Ost.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

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