Notärzte und Feuerwehr verlieren im Verkehr wertvolle Zeit

Auf jeder zweiten Einsatzfahrt: Retter werden oft von Autofahrern blockiert

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Anspruchsvoller Beruf: Fahrer von Rettungswagen müssen in Bruchteilen von Sekunden entscheiden, welchen Weg sie durch den Stadtverkehr einschlagen.

Kassel. Wenn Notärzte, Sanitäter, Feuerwehrleute und Polizisten ausrücken, kommt es auf jede Sekunde an. Umso ärgerlicher ist es, wenn sie durch unaufmerksame oder verunsicherte Autofahrer blockiert werden.

„Aktuell erleben wir etwa auf jeder zweiten Einsatzfahrt solche Situationen“, sagt Ralf Krawinkel, Sprecher der Feuerwehr Kassel, die auch den Rettungsdienst betreibt.

Allein die Feuerwehr Kassel verzeichnet jährlich etwa 8000 Alarmfahrten von Feuerwehr, Rettungsdienst und Notärzten. Hinzu kommen die Einsätze von ASB, Rotem Kreuz und Johanniter-Unfallhilfe. Bei allen wird durch falsches Verhalten von Autofahrern, Fußgängern und Radfahrern wertvolle Zeit verschwendet, die über Leben und Tod entscheiden kann.

Der Klassiker sei die Schockstarre, schildern die Retter im HNA-Gespräch. Viele Autofahrer würden abrupt auf der Fahrbahn stehen bleiben, wenn sich Einsatzfahrzeuge näherten. So versperrten sie die Durchfahrt.

Besonders vor roten Ampeln würden Autofahrer oft keinen Platz machen. Viele seien offenbar verunsichert und wollten eine rote Ampel unter keinen Umständen überfahren. Dabei sei es in solchen Situationen erlaubt, sich vorsichtig in die Kreuzung hineinzutasten, um Einsatzkräften Platz zu machen. „Maßgeblich ist immer, dass keine anderen Verkehrsteilnehmer gefährdet werden“, sagt Feuerwehrsprecher Krawinkel. Um das Problem zu entschärfen, kann sich die Feuerwehr auf einigen Strecken „Grüne Welle“ schalten lassen.

Unwissenheit beobachten die Retter auch beim Bilden von Rettungsgassen. So musste auf der A 7 am Sandershäuser Berg ein Einsatz abgebrochen werden, weil die Autos sich so verkeilt hatten, dass die Gasse nicht durchgehend befahrbar war. Der Standstreifen sei bei Staus keine Alternative, weil dort liegengebliebene Autos den Weg versperren könnten.

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