Neuer Betreiber, neue Tarife

Auf Konrad folgt in Kassel ab Januar Nextbike

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So werden sie aussehen: Die neuen blauen Räder vom Leipziger Betreiber Nextbike werden noch mit Logos des Asta, der KVG und der Stadt Kassel versehen. 

Kassel. Das Kasseler Fahrradverleih-Modell Konrad wird zum 1. Januar abgelöst. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Wie sehen die Kasseler Leihräder ab 2018 aus?

Das satte Grün der Konräder wird durch ein markantes Blau, die Farbe der neuen Betreiberfirma Nextbike aus Leipzig, ersetzt. Der Vertrag zwischen der Studierendenvertretung der Uni Kassel (Asta), der KVG, der Stadt und Nextbike läuft bis 31. Dezember 2022.

Werden die Konräder also umlackiert?

Nein. Die bisherige Flotte von 500 Fahrrädern wird durch 400 fabrikneue Räder ersetzt.

Und was passiert mit den alten Rädern?

Die werden zunächst eingelagert. Anschließend will die Stadt sie verkaufen. Mit den neuen Rädern wird es übrigens auch eine Namensänderung geben.

Also heißen die Konräder in Zukunft nicht mehr Konrad?

Genau. Die Namensrechte für Konrad liegen bei der Stadt Kassel. Die ist zwar auch im neuen Modell mit im Boot, aber die Nextbike-Räder mit dem Konrad-Logo auszustatten, wäre teuer geworden. Das hätte den Start mit 400 neuen Rädern erschwert. Deshalb fahren die Räder zukünftig unter dem Namen Nextbike.

Jetzt aber mal zu den Preisen: Bleiben die Tarife gleich?

Nein. Nur wer Nextbike den ganzen Tag über nutzt, fährt billiger, für kürzere Fahrten wird es ohne Vergünstigungen deutlich teurer. Der Basistarif beträgt einen Euro pro halbe Stunde. Ab der fünften Stunde zahlt man pauschal den Tagessatz von neun Euro. Vorher kostete eine ganze Stunde einen Euro und der Tageshöchstsatz ab der zehnten Stunde lag bei zehn Euro.

Gilt dieser Tarif für alle Nextbike-Kunden?

Nein. Wer NVV-Abonnent ist, also zum Beispiel eine Jahreskarte besitzt, fährt zukünftig die erste halbe Stunde kostenlos. Ab dann gelten der normale Basistarif sowie der reguläre Tageshöchstsatz. Das trifft auch auf Inhaber eines NVV-Jobtickets (nicht Landesbediensteten-Jobticket), einer 9-Uhr-Jahreskarte, eines Schülertickets Hessen ab 18 Jahre (Die Nutzung von Nextbike ist ab 18) und einer Nordhessenkarte 60 Plus zu.

Und wie viel zahlen die Studierenden?

Im Semesterbeitrag enthalten sind zukünftig 1,50 Euro, die jeder Studierende der Uni Kassel zur Finanzierung des Fahrradverleihsystems beisteuert. Bislang lag diese Pauschale bei drei Euro. Wie bisher fahren Studierende die erste volle Stunde kostenlos, danach gilt auch für sie der Tarif von einem Euro pro halbe Stunde. Allerdings liegt der Tageshöchstsatz ab der fünften Stunde für sie bei fünf Euro. Studierende genießen außerdem das Privileg, drei Räder gleichzeitig ausleihen zu können.

Muss ich mir ein neues Kundenkonto anlegen, wenn ich Nextbike nutzen möchte?

Ja. Da die Konrad-Konten gelöscht werden, ist ab Freitag, 15. Dezember, eine Registrierung im Internet unter oder telefonisch unter 030/69 20 50 46 notwendig. Am Telefon kostet die Registrierung einmalig drei Euro, online ist sie kostenlos. Die Telefonnummer fungiert gleichzeitig als Service-Hotline von Nextbike und ist an sieben Tagen die Woche rund um die Uhr erreichbar. Abo- oder Matrikelnummern müssen für günstigere Konditionen bei der Registrierung angegeben werden. Am einfachsten können die Räder mit der Nextbike-Smartphone-App ausgeliehen werden.

Bleiben die bisherigen Fahrradstationen erhalten?

Die 56 Stationen im Stadtgebiet, die online einsehbar sind, werden zunächst von Nextbike übernommen. Im Laufe der Zeit sollen die Standorte jedoch dem Nutzungsverhalten angepasst werden, wodurch Stationen verlegt, geschlossen oder neu eröffnet werden könnten. Der Asta hofft auf eine neue Station am Studentenwohnheim in der Moritzstraße am Campus in der Nordstadt.

Warum kam es eigentlich nochmal zum Betreiberwechsel?

Der Vertrag zwischen dem Asta, der Stadt und der bisherigen Betreiberin, der Bahntochter DB Connect, läuft zum Jahresende aus. Der Asta hatte bereits im April signalisiert, diesen nicht verlängern zu wollen, was die Stadt dazu bewegte, sich ebenfalls umzuorientieren. Die Entscheidung für Nextbike habe wirtschaftliche Gründe gehabt, hieß es vom Asta.

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