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Auffallend viele fremde Busse in Kassel? KVG und NVV weisen Eindruck zurück

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Von: Andreas Hermann

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Bus im Kasseler im Stadtgebiet
Busse im Stadtgebiet: Nach Angaben von KVG und NVV sind derzeit in Kassel weniger Subunternehmer unterwegs als im Jahr 2022. Unser Foto zeigt einen DB-Bus am Altmarkt, im Hintergrund die Brüderkirche. © Dieter Schachtschneider

Busse mit ungewohnter Lackierung und unbekannter Firmenaufschrift. Die durch Straßen fahren, die sonst von den Buslinien nicht befahren werden.

Kassel – Nach dem Eindruck von HNA-Lesern sind in der Stadt auffallend viele Fremdunternehmen mit Bussen im Auftrag der Kasseler Verkehrs-Gesellschaft (KVG) und des Nordhessischen Verkehrsverbundes (NVV) unterwegs. Und mancher Busfahrer kenne sich offenbar mit den Örtlichkeiten nicht aus, so die Beobachtung von Anwohnern, die sich über einen Bus in ihrer Straße gewundert haben.

Den Eindruck, aktuell seien ungewöhnlich viele Fremdfirmen mit Bussen in Kassel unterwegs, weisen KVG und NVV auf Anfrage unserer Zeitung zurück. Nach ihren Angaben sind es nicht mehr, sondern weniger geworden. Beide Verkehrsbetriebe verweisen in diesem Zusammenhang auf die bekannten Probleme durch hohen Krankenstand der Beschäftigten und durch den allgemeinen Mangel an Fahrpersonal.

Laut KVG hat sich die Situation seit Anfang 2023 etwas entschärft. „Aufgrund überdurchschnittlich hoher Krankenquoten im Fahrdienst hatten wir im vorigen Jahr verschiedentlich auch Bus-Fremdunternehmen im Einsatz“, berichtete KVG-Sprecherin Heidi Hamdad. Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember würden noch zwei Subunternehmen für die KVG fahren, „ein sehr langjährig erfahrenes und ein neues mit Sitz in Südhessen“.

Die Fahrer des neuen Busunternehmens seien auf der Linie 26 (zwischen Hasenhecke und Wolfsgraben, seit Anfang Januar zwischen Hasenhecke und Weserspitze) und auf der Linie 28 (zwischen Holländischer Straße und Warteberg) unterwegs. „Uns liegen keine Beschwerden über falsche Fahrwege oder dergleichen vor“, betonte die KVG-Sprecherin. Der Nordhessische Verkehrsverbund beauftragt nach eigenen Angaben Verkehrsunternehmen, die dann die Bus- und Bahnlinien im NVV-Gebiet bedienen. Aktuell seien im NVV-Auftrag im Kasseler Stadtgebiet Busse der Firmen BKW, Sallwey, Brundig, Frölich, HLB, DB Regiobus, Bonte und Käberich im Einsatz. Dies seien keine Fremdfirmen, sondern direkte Konzessionäre der Linien, stellte NVV-Sprecherin Judith Féaux de Lacroix klar.

„Es gibt derzeit bei den von uns beauftragten Verkehrsunternehmen keinen Einsatz von Subunternehmern. Der Eindruck, dass zuletzt viele Busse von Fremdfirmen gefahren wurden, könnte dadurch entstanden sein, dass es um Weihnachten und Neujahr herum Schienenersatzverkehr mit Bussen gab.“ Die Busse hätten Züge auf der Main-Weser-Bahn ersetzt, die wegen Bauarbeiten ausgefallen seien (HNA berichtete). „Diese Busse verschiedener Verkehrsunternehmen waren auch im Kasseler Stadtgebiet unterwegs“, sagte die NVV-Sprecherin.

Dass man künftig weniger auf den Einsatz von Fremdfirmen setze, hatte die KVG auch bereits bei der Fahrplan-Änderung oder -Einschränkung zum 2. Januar angekündigt. Das Problem der außergewöhnlich hohen krankheitsbedingten Ausfälle im Fahrdienst lasse sich auch durch weitere Fremdvergaben nicht lösen, erklärte die KVG im Dezember. Denn auch diese Unternehmen verzeichneten hohe Krankenstände. Ziel sei es, „den Kundinnen und Kunden einen stabilen, verlässlichen Fahrplan“ zu bieten.

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