Mit Desinfektionshalle will Feuerwehr Verbreitung ansteckender Erreger verhindern

Aufrüstung gegen Keime

Rundum Schutz: Brandmeister und Rettungssanitäter Jan Köllen demonstriert mit Schutzanzug, Atemmaske und Handschuhen, wie die Fahrzeuge desinfiziert werden. Foto: Konrad

Kassel. Werden Patienten mit ansteckenden Krankheiten in Rettungswagen transportiert, müssen die Fahrzeuge anschließend desinfiziert werden. Das ist jetzt in der neuen Desinfektionshalle der Feuerwache 1 an der Wolfhager Straße möglich. Wegen der steigenden Zahl der Infektionstransporte war die Halle längst überfällig. Das sagte Jürgen Barchfeld, Leiter der Rettungsdienstorganisation der Kasseler Feuerwehr. Am Donnerstag wurde die Halle vorgestellt.

Die Desinfektion soll die Verbreitung ansteckender Keime und Erreger verhindern, Patienten und Rettungsdienstpersonal vor einer Ansteckung schützen. Im Fokus steht die Reinigung der Rettungsfahrzeuge. Sie werden mit Tüchern und speziellen Desinfektionsmitteln gesäubert. Ein komplette Desinfektion dauert etwa drei Stunden.

Be- und Entlüftungsanlage

Die Halle ist unter anderem mit säurebeständigen Fugen sowie einer Be- und Entlüftungsanlage ausgestattet, die beispielsweise Desinfektionsmitteldämpfe absaugt. Zudem gibt es Auffangbehälter für Abwasser, Reinigungsmöglichkeiten für Tragen und Vakuummatratzen und separate Toiletten. Zur Dekontamination des Personals sind Schleusen - ähnlich der Sicherheitsschleusen an Flughäfen - mit Duschmöglichkeiten und desinfizierender Seife eingerichtet worden.

Die Desinfektionshalle ist Teil des Erweiterungskomplexes der Feuerwache an der Gießbergstraße, die Barchfeld zufolge insgesamt 8,4 Millionen Euro gekostet hat. 6,5 Millionen Euro davon stammen aus dem Investitionsprogramm des Bundes. Der Rettungsdienstbereich mit Desinfektionshalle schlägt in der Gesamtinvestition mit etwa einer halben Million Euro zu Buche.

„Die Desinfektionshalle war eine logische Konsequenz im Zuge des Erweiterungsbaus“, sagte Bürgermeister Jürgen Kaiser. Ein zentraler Punkt sei die Sicherstellung des Arbeitsschutzes.

Darüber hinaus hat die Feuerwehr Kassel zwei neue Rettungswagen für jeweils 130 000 Euro in Dienst gestellt. Sie sind mit einer LED-Beleuchtungstechnik ausgestattet, was laut Barchfeld ein besseres Energiemanagement ermöglicht. Außerdem besitzen die Fahrzeuge einen Spannungsumwandler, der Gleichstrom der Lichtmaschine in Wechselstrom umwandelt. So können patienteneigene Geräte wie Heimbeatmungsgeräte auch im Rettungswagen betrieben werden.

Auch die Kenntlichkeit im Straßenverkehr ist verbessert worden. Unter anderem sind die Fahrzeuge mit neuen gut sichtbaren Heckwarnleuchten ausgestattet. (mkx)

Von Mirko Konrad

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