Kasseler sollen sich an Gedenken für Neonazi-Opfer beteiligen

Aufruf zum Schweigen

Aufstehen gegen Rechtsextremisten: Mehrere Tausend Menschen beteiligten sich im Dezember in Kassel an einer Menschenkette gegen Neonazis. Foto: Fischer / Archiv

Kassel. Am Donnerstag wird in Berlin mit einem Staatsakt der Opfer der Neonazi-Mordserie gedacht. Auch die Familie des 2006 von Mitgliedern der sogenannten Zwickauer Zelle getöteten Halit Yozgat aus Kassel wird daran teilnehmen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel wird bei dem Empfang reden. In Kassel soll der Opfer schweigend gedacht werden.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) rufen gemeinsam dazu auf, am morgigen Donnerstag um 12 Uhr in den Unternehmen die Arbeit ruhen zu lassen und eine Schweigeminute einzulegen. Ziel sei es, „ein Zeichen der Trauer und des Mitgefühls mit den Opfern, ihren Familien und Freunden, ein Zeichen der Verurteilung von Fremdenhass, Rassismus und rechtsextremer Gewalt und ein Zeichen für die Vielfalt und Offenheit Deutschlands zu setzen“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung.

Zahlreiche Menschen haben sich dem Aufruf angeschlossen - darunter Oberbürgermeister Bertram Hilgen, Stadtverordnetenvorsteherin Petra Friedrich, Kamil Saygin (Vorsitzender des Ausländerbeirates), Polizeipräsident Eckhard Sauer, Universitätspräsident Rolf-Dieter Postlep, Regierungspräsident Walter Lübcke, Bischof Martin Hein, Dechant Harald Fischer, Landrat Uwe Schmidt und Kreistagsvorsitzender Andreas Güttler.

Bei der rechtsterroristisch motivierten Mordserie waren zwischen November 2000 und April 2006 mindestens acht türkische und ein griechischer Ladenbesitzer per Kopfschuss getötet worden. Auch eine Polizistin wird zu den Opfern gezählt. Erst im vergangenen Jahr war das Täter-Trio aufgeflogen - dass eine ganze Mordserie auf sein Konto ging, wurde dann bekannt. (hai)

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