AKGG: Keine Kontrolle über operatives Geschäft

Aufsichtsrat hat von nichts gewusst

Kassel. Der Aufsichtsrat des insolventen Arbeitskreises Gemeindenahe Gesundheitsversorgung (AKGG) will von den Machenschaften des ehemaligen Geschäftsführers nichts gewusst haben. Dass sich Reinhard M. unter anderem selbst ein zusätzliches Gehalt sowie ein zinsloses Darlehen genehmigt haben soll, sei erst bei seiner Entlassung aufgeflogen, sagte Norbert Sprafke gestern gegenüber der HNA.

Sprafke war von 2006 bis November 2010 Vorsitzender des Aufsichtsrats der gemeinnützigen Gesellschaft AKGG, die mit ihren 253 Mitarbeitern in Kassel und Nordhessen zahlreiche soziale Einrichtungen betreut. Sprafke wehrt sich gegen den Vorwurf, der Aufsichtsrat hätte bemerken müssen, dass sich Reinhard M. womöglich auf Kosten des AKGG und dessen Tochter „Buntstift“, einem gemeinnützigen Ausbildungsbetrieb, bereichert hat. „Woran soll man das merken?“, fragte Sprafke. Reinhard M. habe den zusätzlichen Geschäftsführervertrag und auch das Darlehen nicht dem Aufsichtsrat vorgelegt. „Sonst hätten wir das nicht genehmigt“, sagte Sprafke.

Das Gremium habe grundsätzliche Fragen des Unternehmens besprochen. Einblick in das operative Geschäft habe es nicht gehabt: „Der Aufsichtsrat kontrolliert doch nicht jede Anschaffung eines neuen Kopierers.“ Die Bücher seien von einem Steuerberater geprüft worden. (mcj)

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