Kritik vor Premiere

Auftritt des Circus Probst auf der Schwanenwiese wird von Protesten begleitet

Der König des Dschungels: Löwenjunge Mufasa ist nur eines von 100 Tieren im Circus Probst. spaltet die Gemüter. Tierschützer kritisieren die Haltung der Wildtiere während Zirkus-Mitglieder die Unterbringung als optimal bezeichnen. Foto:  Schachtschneider

Kassel. Ab heute gastiert der Circus Probst in Kassel auf dem Festplatz Schwanenwiese. Im Gepäck haben die Künstler nicht nur Jonglierstöcke und Clownschminke, sondern auch exotische Tiere. Die Haltung und Zurschaustellung eigentlich wildlebender Tiere ruft Kasseler Tierschützer auf den Plan.

Vier Monate sind die beiden weißen Löwenbabys Cindy und Mufasa alt und werden im Circus Probst aufgezogen. Für Tierschützer ist dieser Umstand wohl exemplarisch für eine nicht artgerechte Haltung von Wildtieren.

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Premiere ist heute um 16 Uhr auf der Schwanenwiese. Bis zum 13. Oktober schlägt der Circus Probst seine Zelte auf dem Festplatz Schwanenwiese auf, doch bereits im Vorfeld wollten Tierschützer eine Demonstration gegen den Circus anmelden. „Wir wollten die Bevölkerung auf die unwürdigen Haltungssituationen der Tiere aufmerksam machen“, sagt Karsten Plücker, Leiter des Tierheims Wau Mau Insel in Kassel. Allerdings wurde der Antrag abgelehnt, weil bereits eine Demo „Pro Zirkus“ angemeldet war. Nun will Plücker selbst aktiv werden. Mit seinem Wagen möchte er ein paar Runden im Kreisel vor dem Festplatz fahren, während ein Banner aus seinem Auto hängt auf dem die Missstände im Zirkus angeprangert werden.

Sonja Probst, Pressesprecherin des Circus, versichert, dass in ihrem Betrieb alles den vorgegebenen Richtlinien zur Tierhaltung entspreche. Ein Hufschmied kommt alle sechs Wochen, die Tiere würden regelmäßig untersucht und es handele sich ausschließlich um Tiere, die im Circus geboren und aufgezogen wurden. „Was die Tierschützer immer beklagen, ist, dass wir hier Wildtiere in eine ungewohnte Umgebung drängen. Das stimmt aber nicht“, erklärt Probst. „Die Zebras beispielsweise sind seit Generationen bei uns im Zirkus. Die kennen nichts anderes und würden in der Wildnis nicht überleben.“ Plücker kontert das Argument damit, dass Tradition kein Argument sei. Man müsse sich weiterentwickeln, auch in der Tierhaltung.

Im Circus Probst kümmern sich 75 Mitarbeiter täglich um die Versorgung und Pflege der 100 Tiere. Die Bandbreite reicht dabei von Kamelen über Zebras, Emus und Lamas bis hin zu ausgewachsenen weißen Löwen. „Alle Tiere haben bei uns ein großes Auslaufgehege und bekommen sogar spezielles Futter mit den benötigten Vitaminen und Ballaststoffen“, sagt Probst.

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Vorwürfe, dass die Tiere bei dem Zirkus unwürdigen Bedingungen ausgesetzt seien, weist die Pressesprecherin zurück. „Wir erfüllen immer alle Standards. Und das Gerücht, dass unsere Löwen durch brennende Reifen springen müssen, ist erfunden.“

Zusätzlich zu den Tiershows bietet der Circus ein breites Unterhaltungsprogramm mit Clowns, Artisten, Akrobaten und Jongleuren an. Ticktes für den Circus Probst gibt es an der Vorverkaufsstelle im Musikhaus Bauer und Hieber, Ständeplatz 13, und an den Circuskassen zwischen 10 und 13 Uhr.

Von Benjamin Kling

Informationen zur Show und Kartenreservierungen unter: 0175/79 78 44 9.

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