Vellmarer versuchte zu helfen 

Augenzeuge des schweren Tramunfalls in Kassel: "Die Rettung lief vorbildlich"

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Er wurde am Montagmorgen Zeuge des schweren Unfalls zwischen Tram und Lkw in Oberzwehren: Ersthelfer Winfried Kneissl kümmerte sich an der Unfallstelle um die Verletzten.

Kassel. Winfried Kneissl aus Vellmar stand am Montagmorgen mit seinem Auto an der roten Ampel auf der Oberzwehrener Straße, als es gegen 8.15 Uhr vor seinen Augen zu dem schweren Unfall kam.

„Der Lkw kam von der Altenbaunaer Straße, und ich wunderte mich, dass er weiterfuhr. Schließlich hatte er doch auch Rot. Da muss man doch damit rechnen, dass eine Bahn kommt. Und da kam die Straßenbahn auch schon um die Ecke“, erzählt Kneissl.

Den Schlag, der durch den Zusammenstoß beider Fahrzeuge erzeugt wurde, habe er bis in sein Auto gespürt, sagt der 61-jährige IT-Experte, der eigentlich auf dem Weg zur Arbeit war. „Im ersten Augenblick war ich wie erstarrt“, räumt Kneissl ein. Doch dann reagierte der Vellmarer, der bei seinem Arbeitgeber, dem Pharma- und Laborzulieferer Satorius in Göttingen, zum Ersthelfer ausgebildet worden ist.

„Zunächst habe ich festgestellt, dass beide Führerhäuser eingedrückt waren“, sagt Kneissl. Zu anderen Passanten habe er gesagt, dass sie den Rettungsdienst rufen sollen. Dann sei er um den Lkw rumgegangen, an dem Fahrzeug hochgeklettert und habe an die Scheibe geklopft. Er habe gesehen, dass der Fahrer benommen war. Da die Lkw-Tür an dieser Seite von der Tram versperrt war, wollte er wieder runterklettern. Dabei sei er abgerutscht und habe sich mit der linken Hand abgestützt.

Später sollte sich herausstellen, dass sich Kneissl dabei einen Haarriss im Handgelenk zugezogen hat. Davon ließ sich der 61-Jährige aber nicht abhalten, den Verletzten zu helfen. Er sei wieder um den Lkw rumgegangen, um die freie Tür zu öffnen. Mit einem anderen Passanten habe er schließlich den Lastwagen-Fahrer aus dem Führerhaus gezogen und auf den Grünstreifen gelegt. Dort hätten sich bereits weitere Verletzte aus der Tram befunden.

Er habe zu einer Frau gesagt, sie solle sich um den Lkw-Fahrer, der stark geblutet habe, kümmern, indem sie mit ihm spricht. Weil es am Montagmorgen sehr kalt war, habe er zudem aus dem Lkw Decken geholt, um die Verletzten damit zuzudecken. Eine Frau habe eine Beule gehabt, eine andere habe unter Schock gestanden.

Nach rund zehn Minuten seien Rettungskräfte, Polizei und die KVG an der Unfallstelle eingetroffen. „Die haben alle super zusammengearbeitet, das lief vorbildlich“, sagt der 61-Jährige. Auch alle Passanten hätten sich gut eingebracht. Als drei Personen das Unfall-Geschehen mit dem Handy filmen wollen, habe er sie aufgefordert, doch lieber zu helfen. Ein Mann sei seiner Aufforderung auch nachgekommen.

Am Tag nach dem Unfall hofft Kneissl, dass es den Verletzten bald wieder besser geht. Er selbst war am Montag auch noch beim Arzt, der den Haarriss im Handgelenk diagnostizierte. Sein Arm sei völlig geschwollen gewesen, sagt der 61-Jährige. Seitdem er aber eine Schiene trage, schmerze das Handgelenk nicht mehr. „Das vergeht wieder.“

Zum aktuellen Stand der Ermittlungen sowie über den Gesundheitszustand der Verletzten informieren wir Sie mit diesen Fragen und Antworten.

Tram und Lastwagen stoßen in Oberzwehren zusammen

 © Ditzel
 © Feuerwehr Kassel
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LKW Unfall mit StraßenbahnOberzwehren Keilsbergstraße Altenbaunaer StraßeFoto: Schachtschneider
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