Ab August 2012: Unterricht für Behinderte und Nichtbehinderte in einer Schule

Kassel. Alle Schüler, unabhängig von eventuellen Beeinträchtigungen und Behinderungen, haben ab August 2012 das Recht auf gemeinsamen Unterricht in einer Regelschule. Dieser Forderung der UN-Behindertenrechtskonvention müssen jetzt nach und nach auch alle Schulen in Kassel Stadt und Landkreis Folge leisten.

Dieser als Inklusion bezeichnete Rechtsanspruch soll auch im neuen hessischen Schulgesetz verankert werden. Bislang stand als Zeitpunkt des Inkrafttretens August 2011 im Raum. Nach Informationen der HNA, die das Kultusministerium bestätigt hat, gibt es jetzt für die Inklusion einen Aufschub um ein Jahr.

Im Schulamtsbezirk Kassel Stadt und Landkreis sind davon theoretisch 2191 Schüler betroffen. Das sind gut drei Prozent der gesamten Schülerzahl von 59 533 Kindern. Die größte Gruppe nehmen 823 Lernhilfeschüler ein, also Kinder, die sonderpädagogisch unterrichtet werden. Dagegen liegt die Zahl der körperbehinderten Kinder bei 232.

Thomas Burger, der zuständige Dezernent im Staatlichen Schulamt, findet die Idee der Inklusion grundsätzlich gut: „Weg vom Separierungsgedanken.“ Er sieht aber noch große Hürden bis zur Realisierung. „Wenn beeinträchtigte Kinder in Regelschulen kommen, muss im Unterricht im hohen Maß auf die neue Heterogenität in der Klasse eingegangen werden.“ Schulen müssten dann ihre Arbeitsweise hin zu mehr Teamstrukturen ändern. Vor allem aber benötigten die Schulen mehr Personal: sowohl Lehrer als auch Sozialpädagogen.

Die Umsetzung der Inklusion erfolge schrittweise, sagt die Leiterin des Schulverwaltungsamts, Gabriele Steinbach. In Kassel sei man auf einem guten Weg, da man seit Jahren einen Beschluss der Stadtverordneten umsetze und bei Renovierungen von Schulgebäuden grundsätzlich für Barrierefreiheit sorge.

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