Politik will Impfkampagne ankurbeln

Aus für kostenlose Corona-Tests in Stadt und Kreis Kassel

Die Politik will die Impfkampagne ankurbeln - unter anderem durch eine strengere Testpflicht für Ungeimpfte in Innenräumen.
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Die Politik will die Impfkampagne ankurbeln - unter anderem durch eine strengere Testpflicht für Ungeimpfte in Innenräumen.

Auch in Kassel endet im Oktober die Möglichkeit, sich kostenlos auf Covid-19 testen zu lassen. Indes steigt die Anzahl der Corona-Patienten in den Kliniken.

Kassel – Wer nicht geimpft oder genesen ist, muss ab 11. Oktober seine Corona-Tests selbst zahlen, wenn er beispielsweise zum Friseur, ins Kino, ins Fitnessstudio oder ins Restaurant gehen will.

Darauf einigten sich die Ministerpräsidenten und Kanzlerin Angela Merkel am Dienstag beim Bund-Länder-Gipfel. Ausnahmen sind nur für Personen geplant, die aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden können oder für die keine Impfempfehlung vorliegt – wie Schwangere und Kinder. „Jeder Bürger hat ein Impfangebot bekommen“, sagte Merkel am Dienstag. Bei Ungeimpften müsse man dagegen aufs Testen setzen.

Das Bund-Länder-Treffen fand auch vor dem Hintergrund statt, dass in diesem Jahr die Fallzahlen schon deutlich früher ansteigen als im vergangenen Sommer. Vor einem Jahr hatte das Gesundheitsamt je 27 Infizierte in der Stadt und im Landkreis Kassel vermeldet. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag in Kassel bei 14 und im Kreis bei 10. Am Mittwoch (11.08.2021) lag die Zahl der Infizierten in der Stadt bei 85 und im Kreis bei 79, die Inzidenzen bei 26,7 (Kassel) und bei 19,9 (Landkreis).

Corona in Kassel: Zahl der Krankenhauspatienten steigt

Vergleichbar ist die derzeitige Situation mit der des Vorjahrs nicht so ohne Weiteres. Zum einen wegen der deutlich ansteckenderen Delta-Variante, die derzeit für die meisten Neuinfektionen verantwortlich ist. Zum anderen, weil mittlerweile 62,3 Prozent der Hessen erst- und 53,8 Prozent zweitgeimpft sind – darunter überwiegend die zur Risikogruppe zählenden über 60-Jährigen. Vor einem Jahr gab es noch keine Impfung, ebenso wenig kostenlose Corona-Tests.

Allerdings: Trotz Impfung ist die Zahl der Corona-Patienten, die im Krankenhaus behandelt werden müssen, Am Dienstag deutlich angestiegen – und zwar um 7 auf 10 Patienten. Zwei von ihnen wurden intensivmedizinisch versorgt. Vor knapp einem Jahr, am 20. August 2020, wurden fünf Patienten in Zuständigkeit des Gesundheitsamtes Region Kassel im Krankenhaus behandelt, einer von ihnen auf Intensivstation.

Vor diesem Hintergrund und mit Blick auf die zu erwartenden höheren Fallzahlen im Herbst setzen die Verantwortlichen weiter auf die Corona-Schutzimpfung. Im Kasseler Impfzentrum können etwa ab sofort die Abstände zwischen der ersten und zweiten Impfung verkürzt werden. Impfwillige können dafür nach ihrer Erstimpfung den Termin für die zweite Impfung mit dem Arzt vor Ort individuell festlegen.

Test-Kosten variieren je nach Anbieter

Die am Dienstag beschlossene Testpflicht für öffentliche Innenräume greift laut Kanzlerin Angela Merkel ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 35. Liegen die Zahlen darunter, können die Bundesländer die Testpflicht aussetzen. Was die Tests für Umgeimpfte ab Oktober kosten werden, entscheiden die Anbieter der privaten Teststellen. Vor den kostenlosen Bürgertests lagen die Preise für Schnelltests meist zwischen 20 und 30 Euro, PCR-Tests kosten ab 50 Euro.

Corona-Impfung in Kassel: Zweitimpftermin ist nun flexibel

In welchen zeitlichen Rahmen kann ich meine Zweitimpfung einplanen? Laut Stadt Kassel gelten die von der Ständigen Impfkommission (Stiko) empfohlenen Zeitfenster: Für Biontech empfiehlt die Stiko einen Abstand zwischen drei und sechs Wochen. Für Moderna liegt der empfohlene Abstand zwischen vier und sechs Wochen. Der Abstand zwischen Kreuzimpfungen muss mindestens vier Wochen betragen. In diesen Zeiträumen können Erstgeimpfte ihren Zweitimpftermin im Impfzentrum abstimmen.

Was ist, wenn ich meinen Zweitimpftermin schon bekommen habe? Bereits vereinbarte Termine können laut Stadt bestehen bleiben. Wollen bereits Erstgeimpfte ihren Zweittermin verschieben, können sie dies im Rahmen der Stiko-Empfehlung machen. Eine vorherige Benachrichtigung im Impfzentrum ist dabei nicht notwendig. Durch die freie Terminvergabe kann es aber zu Wartezeiten kommen.

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Wie sieht es bei Genesenen aus? Genesene, die sich impfen lassen wollen, müssen nach dem Ende der Covid-19-Symptome vier Wochen bis zur Impfung warten. Nach gesicherter asymptomatischer Infektion kann die Impfung ab vier Wochen nach der Labordiagnose erfolgen.

Wann haben die Impfzentren geöffnet? Das Impfzentrum neben dem Auestadion ist sieben Tage pro Woche von 9 bis 17 Uhr geöffnet. Das Caldener Impfzentrum ist täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Weil das Zentrum am 30. September schließt, soll es laut Kreissprecher Harald Kühlborn die letzten Erstimpfungen für Biontech am 5. und für Moderna am 2. September geben. Ab Anfang September verkürzt sich auch in Calden das Impfintervall von Biontech von vier auf drei Wochen. Moderna bleibt bei vier Wochen. (Marie Klement)

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