Geschäfte ändern Angebot

Aus für Sonnencreme mit einem Lichtschutzfaktor von 10 und 15

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Sicherer Schutz für die Haut: Wichtig ist, überhaupt einen Sonnenschutz zu verwenden und auch nicht zu wenig davon. 

Immer mehr Drogeriemärkte und Apotheken in Kassel haben Sonnenschutzmittel mit einem Lichtschutzfaktor (LSF) von 10 oder 15 aus dem Sortiment genommen.

„Das Bewusstsein der Kunden und auch die Umwelt haben sich verändert“, sagt Bettina De Schrijver, Inhaberin der Eichendorff- und der Regenbogen-Apotheke. „Die Haut muss besser geschützt werden.“ Immer mehr Kunden wünschen sich ein Schutzmittel mit einem Faktor 30. „Das ist meist das Minimum“, sagt De Schrijver. „Besser ist ein Lichtschutzfaktor von 50.“ Dazu rate sie Verbrauchern als Apothekerin, und auch seitens der Kunden sei die Nachfrage nach Cremes mit LSF 50 gestiegen.

Auch die Drogeriekette Rossmann hat ihr Sortiment an die Nachfrage der Kunden angepasst. „Bis Ende letzten Jahres boten wir noch Sonnenmilch mit dem Lichtschutzfaktor 10 an“, teilt eine Pressesprecherin des Unternehmens auf HNA-Anfrage mit. Wegen der geringen Nachfrage sei diese aber durch Sonnenmilch mit einem höheren Lichtschutzfaktor ersetzt worden. „Das Sicherheitsbewusstsein steigt“, nennt die Sprecherin als Grund. „Und damit der Wunsch nach Sonnenmilch mit deutlich höheren Lichtschutzfaktoren hin zu 50 sowie 50+.“ 

Auch die Drogeriekette dm bestätigt das: „Kunden legen mehr Wert auf ausreichenden UV-Schutz, nicht nur vor Sonnenbrand, sondern auch vorzeitiger Hautalterung oder den Spätfolgen wie Hautkrebs“, teilt eine Sprecherin mit.

Der Kasseler Hautarzt Dr. Thomas Meyer sagt: „Bei Sonnenbädern oder Schwimmbadbesuchen ist generell schon eine Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 30 bis 50 sinnvoll.“ „Auch in Deutschland.“ Für die nächsten sehr heißen Tage halte er einen Sonnenschutz mit LSF 50 für angemessen.

Lichtschutzfaktor (LSF)

Über die Dauer des Schutzes einer Sonnencreme entscheiden die individuelle Eigenschutzzeit der Haut sowie der Lichtschutzfaktor einer Sonnencreme. Der eigene UV-Schutz ist abhängig vom Hauttyp, der sich durch Haut-, Haar- und Augenfarbe ergibt. Beispiel: Ein Mensch mit heller Haut und blondem Haar hat eine Eigenschutzzeit von 10 Minuten. Mit einer Creme mit LSF 30 kann diese Person 300 Minuten in der Sonne bleiben, ohne zu verbrennen. 10 Minuten x LSF 30 = 300 Minuten beziehungsweise fünf Stunden.

Sonnencreme richtig verwenden

„Als ich noch ein Kind war, waren Sonnencremes mit Lichtschutzfaktor 20 das höchste der Gefühle“, sagt Bettina De Schrijver, Inhaberin der Kasseler Eichendorff- und der Regenbogen-Apotheke in Vellmar. Heute sei das anders. Die Wünsche der Kunden hätten sich geändert, ebenso die Umwelt. „Und die Forschung ist viel weiter.“ Mittlerweile gebe es eine ganze Spannbreite an Sonnencremes: für Kinder, für Sportler, für Tätoowierte. Sogar solche, die das Meerwasser nicht belasten soll.

„Wichtig ist, dass man überhaupt ein Sonnenschutzmittel benutzt und dass man die Creme richtig dosiert“, sagt der Kasseler Hautarzt Dr. Thomas Meyer. Häufig komme es noch vor, dass Verbraucher zu wenig Creme auftragen. „Wer ein Sonnenschutzmittel mit Lichtschutzfaktor 50 zu dünn aufträgt, erreicht womöglich nur den Schutz einer Creme mit viel niedrigerem Faktor.“

Für das Gesicht empfiehlt der Mediziner eine Portion Creme in der Größe einer Bohne. „Oder drei Milliliter Flüssigkeit.“ Für den Körper sollte man natürlich mehr Creme verwenden. „Es muss schon eine richige Schicht auf die Haut aufgetragen werden.“

Bei den Sonnenschutzmitteln unterscheide man zwischen chemischen und mineralischen. Chemische Sonnencremes ziehen in die Haut ein, lassen sich nicht abschwitzen und sind wasserfest. Mineralische Sonnencremes bilden eine Schutzschicht auf der Haut, die die UV-Strahlung reflektiert. Die Creme selbst hinterlässt einen weißen Film und muss regelmäßig nachgecremt werden.

„Eine mineralische Sonnencreme eignet sich für Kinder“, sagt Meyer. Eine chemische könnte allergische Reaktionen auslösen. „Und Kindern ist es egal, ob sie weiß aussehen, da geht es nicht um den ästhetischen Charakter.“ Männern mit Glatze rät Meyer außerdem zu einer Kopfbedeckung.

Laut Stiftung Warentest muss eine Sonnencreme übrigens nicht teuer sein. Der Preis sage nichts über die Qualität aus, schreibt Stiftung Warentest. „Das günstigste Produkt im Test – schon für 1,10 Euro pro 100 Milliliter zu haben – schützt ebenso zuverlässig wie solche, für die zehn oder gar über 30 Euro zu zahlen sind.“

Vor dem Baden gründlich abduschen

Wenn Badegäste mit Sonnenmilch eingecremt ins Wasser gehen, kann sich ein Ölfilm auf der Wasseroberfläche bilden. Ingo Pijanka, Pressesprecher der Städtischen Werke, sagt, dass Kassels Bäder über eine umlaufende Überlaufrinne verfügen, in die das Wasser permanent hinein läuft. Dort gelangt es in Aufbereitungsanlagen, die in der Lage seien, Öle und Fette herauszufiltern. „Bis das Wasser allerdings dorthin gelangt, treibt es auf der Wasseroberfläche.“ 

Obwohl die Filter problemlos diese Substanzen herausfiltern könnten, sei es natürlich besser, wenn die Gäste vor jedem Sprung ins Wasser die Sonnencreme ausreichend einziehen lassen und sich immer gründlich abduschen. „Dadurch entsteht im besten Fall überhaupt kein Ölfilm auf der Wasseroberfläche und wir können Energie einsparen und den Chemikalieneinsatz minimieren. Der Umwelt zuliebe.“

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