Aufruf sorgt bei einigen Lehrern für Irritationen

Aus der Schule in die Klinik: Ministerium sucht wegen Epidemie freiwillige Helfer

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Lehrer sollen in Pandemie unterstützen: Das Kultusministerium sucht freiwillige Pädagogen, die in Kliniken und Gesundheitsämtern aushelfen.

Das Land Hessen rüstet sich für die steigende Zahl an Corona-Patienten in den Krankenhäusern. Um personelle Engpässe in Kliniken und Gesundheitsämtern zu vermeiden, sollen Lehrer Aufgaben übernehmen.

Ein entsprechender Aufruf der Schulämter hatte bei einigen Lehrern aber Irritationen ausgelöst. Deshalb wurde der Aufruf nun auch noch mal verändert.

Bereits Anfang der Woche hatte das Schulamt in Fritzlar die Bitte des Ministeriums an die Schulen im Schwalm-Eder-Kreis und im Kreis Waldeck-Frankenberg weitergeleitet. In dieser ersten Version hieß es, es würden Lehrer und sozialpädagogische Mitarbeiter gesucht, die etwa „bei der Betreuung von Corona-Patienten in Kliniken“ helfen. Dafür würden sie vom Schuldienst freigestellt. Ausgeschlossen seien Risikogruppen wie chronisch Kranke und Lehrer über 60 Jahre. Etliche Lehrer waren über den Aufruf aus Wiesbaden verwundert, weil sie für pflegerische Arbeiten gar nicht ausgebildet seien.

Das Schulamt Kassel hatte den Aufruf zunächst nicht an die Schulen weitergeleitet. „Der war noch nicht final abgestimmt“, sagt die Kasseler Schulamtsleiterin Annette Knieling. Grundsätzlich fände sie es aber gut, wenn sich Lehrer bereit erklären würden, einen Beitrag zur Bekämpfung der Pandemie zu leisten. „Lehrer sind trotz der Krise in einer wirtschaftlich guten Situation und können sich Gedanken machen, wie sie sich einbringen“, sagt Knieling. Sie denke vor allem an Verwaltungsarbeiten – etwa in Gesundheitsämtern.

Auf HNA-Nachfrage beim Kultusministerium hieß es, bislang lägen noch keine aussagekräftigen Daten zu Rückmeldungen der Lehrer vor. Zudem werde ein neu formulierter Aufruf spätestens Anfang nächster Woche vom Ministerium verschickt. Darin werde das Aufgabenspektrum präzisiert. Es gehe aber vor allem um verwaltungsorganisatorische Aufgaben in Krankenhäusern und anderen Gesundheitseinrichtungen, so ein Sprecher. Lehrer mit Vorerfahrungen in der Pflege könnten sich natürlich auch dort einbringen. „Es geht auch nicht um einen sofortigen Einsatz“, so der Sprecher. Vielmehr versuche das Land Hessen, durch personelle Reserven für den Notfall gerüstet zu sein. Auf die Frage, wie realistisch vor dem aktuellen Fortschreiten der Krise eine Wiederaufnahme des Schulbetriebs nach den Osterferien ist, teilte das Ministerium lediglich mit: „Dazu wird zu gegebener Zeit entschieden.“

Schulamtsleiterin Knieling sagte, dass sie aktuell noch von dem 20. April ausgehe. „Das hängt aber natürlich alles von der weiteren Entwicklung ab.“

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