Mit den Bachelor-Studiengängen ändert sich die Ausrichtung der Musikakademie

Ausbilden für die Region

Chor- und Ensembleleitung gewinnen an Bedeutung: Der Chor der Musikakademie bei einer Aufführung in der Karlskirche. Foto: Schoelzchen/nh

Kassel. Mit der Einführung der neuen Bachelor-Studiengänge ab Oktober 2012 richtet sich die Kasseler Musikakademie inhaltlich neu aus. Im Mittepunkt wird dann die Versorgung der nordhessischen Region mit Instrumental- und Gesangslehrern sowie mit Chor- und Ensembleleitern stehen.

Darin waren sich Akademie-Direktor Dr. Peter Gries und Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen bei der Bekanntgabe der Akkreditierung für die neuen Abschlüsse einig. In der Rekordzeit von einem Jahr sei es gelungen, von der Zentralen Evaluations- und Akkreditierungsagentur in Hannover die Zulassung für die international anerkannten Bachelor-Abschlüsse zu bekommen, sagte Gries. „Wir sind darauf sehr stolz.“

Damit laufen die bisherigen Abschlüsse SMP (Staatliche Musiklehrerprüfung), die Künstlerische Reifeprüfung (ein rein interner Abschluss) und das im Verbund mit der Musikhochschule Frankfurt vergebene Diplom aus.

Akademieleiter Gries hofft, dass sich mit Einführung des Bachelors auch mehr Studienbewerber aus der Region anmelden. Denn die alten Abschlüsse, vor allem der nur noch in Hessen gebräuchliche SMP-Abschluss, seien für deutsche Studierende nicht mehr attraktiv gewesen.

Dass die „Kehrtwendung“ gelingen kann, zeigen die aktuellen Anmeldungszahlen für die Aufnahmeprüfung: Von 130 Bewerbern haben sich 100 für die neuen Studiengänge angemeldet.

Diese werden von der Musikakademie nun auch selbstbewusst beworben. Immerhin kann sich das Akkreditierungsergebnis sehen lassen. Danach liegt die Musikakademie im Bereich Musikpädagogik sogar vor einigen Musikhochschulen. Für Gries ist klar: „Wer Instrumentallehrer werden will, ist bei uns in der Regel besser aufgehoben als an einer Musikhochschule. Wer allerdings eine künstlerische Laufbahn anstrebt, findet an einer Musikhochschule die weitergehende Förderung.“

Die pädagogische und die künstlerische Säule der Akademieausbildung seien gleichermaßen wichtig, so Gries. Ebenso der Praxisbezug: „Unsere Studierenden sind permanent im Praktikum“, sagt Gries. Kooperationspartner sind die 16 nordhessischen Musikschulen. Schwerpunkte der Akademieausbildung sind neben Instrumental- und Gesangspädagogik: •   Unterricht in Großgruppen • frühkindliches Instrumentallernen • Leitung von Laienchören und -orchestern • Komposition und Arrangement für den Jugendbereich.

Dass die Musikakademie im Bereich Musikwissenschaft mit der Uni Kassel kooperiert, hob Gries ebenso hervor wie die Unterstützung der Universität, aber auch der Stadt Kassel im Akkreditierungsverfahren. „Dieses Know-how haben wir sehr gebraucht.“

Von Werner Fritsch

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