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Kein Bus zu den Wasserspielen: Personalausfälle sorgen weiter für Probleme

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Von: Thomas Siemon

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Großer Andrang und teilweise auch Frust bei den Fahrgästen: Die Aufnahme entstand am Sonntag vor den Wasserspielen an der Endhaltestelle im Druseltal.
Großer Andrang und teilweise auch Frust bei den Fahrgästen: Die Aufnahme entstand am Sonntag vor den Wasserspielen an der Endhaltestelle im Druseltal. © Privat/nh

Wer mit dem Bus hinauf zum Herkules will, hat derzeit mit größeren Problemen zu kämpfen. Bei der KVG gibt es Personalprobleme. Deshalb fallen immer wieder Fahrten aus. Am kommenden Sonntag soll eine Linie ganz eingestellt werden.

Kassel – Die Wasserspiele im Bergpark Wilhelmshöhe sind derzeit ausgesprochen gut besucht. Auch gestern wieder. Bei strahlendem Sonnenschein ist das mitten in der Ferienzeit auch kein Wunder. Es kommt allerdings immer wieder zu Problemen beim Transport mit dem Bus zum Herkules. Es gab Ausfälle, Verspätungen durch den Stau an der Baustelle an der Straße Im Druseltal und lange Wartezeiten für Fahrgäste. Das hatte zuletzt in erster Linie mit Personalproblemen zu tun. Das bestätigt die Kasseler Verkehrsgesellschaft (KVG), die wegen des hohen Krankenstandes auch im übrigen Stadtgebiet Einschränkungen im Fahrplan vorgenommen hat. So werde man die Linie 23 zwischen dem Bahnhof Wilhelmshöhe und dem Herkules am kommenden Sonntag voraussichtlich komplett ausfallen lassen müssen.

Die Probleme mit den Linien 22 und 23 auf dem Weg durchs Druseltal haben Mitglieder des Fördervereins Neue Herkulesbahn in den vergangenen Wochen genau dokumentiert. Besonders schlimm sei es am Sonntag, 24. Juli, gewesen, sagt der Vorsitzende Peter Klemt. Durch Ausfälle von Bussen und den Einsatz kleinerer Fahrzeuge hätten viele Besucher den Start der Wasserspiele verpasst. Auch ein verbessertes Angebot am vergangenen Wochenende habe nicht ausgereicht. Die Busse seien völlig überfüllt gewesen, nach jeder Abfahrt seien bis zu 70 Fahrgäste zurückgeblieben. Erst um 14.32 Uhr habe die letzte größere Gruppe in den Bus steigen können. Frühere Fahrzeuge hätten über 20 Minuten bis zum Herkules gebraucht, weil sie im Stau der Autos standen.

Nach Ansicht des Vereins, der sich seit 20 Jahren für eine Reaktivierung der Schienentrasse zum Herkules einsetzt, sind das keine Einzelfälle. Immer wieder werde die seit Jahren bestehende Misere des Bergparkverkehrs deutlich. Abhilfe könne eine Verlängerung der Linie 4 über die heutige Endhaltestelle Druseltal hinaus zum Herkules bringen. Ohne umzusteigen, könne man das Ziel so deutlich schneller erreichen. Mit nur einem Fahrer sei es möglich, deutlich größere Zahlen von Fahrgästen in der Straßenbahn zu befördern. „Der KVG machen wir keinen Vorwurf wegen der aktuell unbefriedigenden Situation“, sagt Klemt. Die Politik sei gefordert, endlich für eine bessere Erschließung des Bergparks zu sorgen.

Durch veränderte Förderrichtlinien des Bundes rechnet sich der Verein bessere Chancen für eine Herkulesbahn aus. Auch die Strecken nach Harleshausen und Waldau werden aktuell anhand dieser Kriterien neu bewertet. Früher wurde auf Gleisen aus dem Habichtswald Kohle transportiert, später kam der Personenverkehr hinzu. Bis zum Jahr 1966 gab es eine Herkulesbahn. Generationen von Kasselern nutzten sie für einen Ausflug. Dann wurden die Gleise zurückgebaut, der Verkehr durch Busse ersetzt. Das haben viele Menschen bedauert. Mit einer Nostalgiebahn habe der geforderte Neubau aber nichts zu tun, sagt Klemt. Nicht nur bei den Wasserspielen, sondern auch im Alltag habe diese Bahn eine Berechtigung. So könne man viele Autofahrten in das Naherholungsgebiet einsparen. (Thomas Siemon)

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