Auslandssemster: Über den Tellerrand schauen

Dort studieren, wo andere Urlaub machen: Mit Unterstützung des International Office ist das möglich. Die Uni Kassel arbeitet mit Hochschulen auf allen Kontinenten zusammen – und ermöglicht es den nordhessischen Studenten, ein Semester in einem anderen Land zu verbringen.

„Ein Auslandsaufenthalt ist heutzutage fast schon Pflicht im Lebenslauf“, sagt Sarah Guttenhöfer vom International Office, dem ehemaligen Akademischen Auslandsamt der Uni Kassel. Die meisten Arbeitgeber erwarteten von Bewerbern, dass sie während ihres Studiums Erfahrungen in einem anderen Land gesammelt haben. Denn nicht nur die Sprachkenntnisse werden durch einen Auslandsaufenthalt verbessert, auch soziale Kompetenz und Selbstsicherheit werden geschult.

Doch wer vor hat, ein Semester in einer anderen Nation zu verbringen, sollte seinen Auslandsaufenthalt gut planen. „Der erste Schritt ist es, selbst Informationen zu sammeln“, sagt Sarah Guttenhöfer. Besonders gut geht das auf der Internetseite des International Office. Dort haben die Mitarbeiter die wichtigsten Fakten rund ums Auslandsstudium zusammengefasst. Von der Wahl des geeigneten Studienorts über verschiedene Austausch-Programme bis zur Finanzierung. Eine Liste gibt zum Beispiel Auskunft darüber, mit welchen Hochschulen die Uni Kassel kooperiert: im europäischen Umland, aber auch an exotischen Zielen wie China, Costa Rica und Peru.

Wo es die Studierenden hinzieht, hängt meist von den sprachlichen Kenntnissen, aber auch von Kooperationen der einzelnen Fachbereiche mit bestimmten Hochschulen abhängig. „Besonders beliebt sind natürlich die englischsprachigen Länder, aber auch nach Frankreich und Spanien vermitteln wie viele Studenten“, sagt Guttenhöfer. Wer sich nicht so recht entscheiden kann, der kann sich im International Office informieren oder auf dessen Internetseite Erfahrungsberichte lesen. Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland wird nämlich jeder Student gebeten, seine Eindrücke wiederzugeben. Eine, die die Chance auf ein Auslandssemester genutzt hat, ist Yvonne Gensich. Die 25-Jährige hat acht Monate im englischen Sheffield verbracht, wo sie an einer Schule Deutsch unterrichtete. Dank der günstigen Arbeitszeiten hatte sie zudem jede Menge Gelegenheit, Land und Leute kennen zu lernen. „Um ins Ausland zu gehen, habe ich mich für zwei Semester beurlauben lassen“, berichtet die Lehramtsstudentin. Dass sie nach Großbritannien gehen würde, habe für sie schnell festgestanden. Schließlich war sie bereits während ihrer Schulzeit ein Jahr dort, kennt sich also bestens aus mit dem Schulsystem und der Mentalität.

Über den Pädagogischen Austauschdienst (PAD) setzte Yvonne Gensich ihren Plan in die Realität um. Die Organisation stellte den Kontakt zur Schule her, ihre Unterkunft suchte die 25-Jährige direkt vor Ort. „Ich habe mit zwei Engländern eine WG gegründet, das hat gut funktioniert“, berichtet sie. Überhaupt sei sie schnell in Kontakt mit Einheimischen gekommen. „Diese Erfahrung hat meinen Horizont erweitert“, sagt Yvonne Gensich. Denn der Auslandsaufenthalt habe nicht nur ihre Sprachkenntnisse verbessert, sondern auch ihr Verständnis für die andere Kultur gestärkt. „Für meinen späteren Beruf als Lehrerin ist das sicher ein großer Vorteil.“

Die Finanzierung ihres Auslandssemesters bereitet vielen Studenten Kopfzerbrechen. Nötig ist das allerdings nicht. Denn wer Auslandserfahrungen sammeln möchte, bekommt viel Unterstützung. Zum Beispiel über das Erasmus-Programm. Ob jemand ein Stipendium erhält, hängt nicht ausschließlich von guten Noten ab, wie Sarah Guttenhöfer erklärt: „Auch das Motivationsschreiben und ein persönliches Gespräch mit dem Fachbereichsleiter entscheiden darüber, ob ein Antrag genehmigt wird.“ Wer BaföG bezieht, wird ebenfalls unterstützt. Während des Auslandssemesters gibt es für den Studenten das gewohnte monatliche Geld. Zudem werden Reisekosten und Studiengebühren erstattet. Die Förderung für das Auslandssemester wird zusätzlich zur Studienhöchstdauer gewährt und muss nicht zurückgezahlt werden. Auch für Studierende mit Kind ist ein Auslandsstudium möglich. Denn der Deutsche Akademische Austauschdient (DAAD) bietet ihnen eine Sonderförderung. Unter anderem werden die Kosten für die Kinderbetreuung sowie für erhöhte Lebenshaltungskosten übernommen.

Negatives Feedback bekommen die Mitarbeiter des International Office so gut wie nie. „Die meisten Studenten sind froh, dass sie diesen Schritt gewagt haben“, sagt Sarah Guttenhöfer. Denn während der Zeit im Ausland lerne man nicht nur eine andere Kultur kennen, sondern auch etwas fürs Leben.

Von Pamela De Filippo

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Die Mitarbeiter des International Office, Mönchebergstraße 19, stehen montags bis donnerstags von 13 bis 15 Uhr für Beratungsgespräche zur Verfügung. Telefonisch ist das Büro unter Tel. 0561/804-2103 erreichbar. Wer regelmäßige Neuigkeiten über ein Studium und Praktika im Ausland erhalten möchte, kann sich im Internet unter http://lists.hrz.uni-kassel.de/mailman/listinfo/go-international für eine Mailingliste anmelden.

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