Neue Grenzwerte für Stickstoffdioxid machen Stadt zu schaffen

Auspuffgase sorgen für dicke Luft in Kassel

Auspuffgase sorgen für dicke Luft in Kassel

Kassel. Feinstaub war gestern, nun kommt Stickstoffdioxid. Nach den Vorgaben der Europäischen Union darf der Luftschadstoff seit 1. Januar den Jahresmittelwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft nicht überschreiten.

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Davon ist man in Kassel wie in vielen anderen hessischen Städten aber weit entfernt. In Kassel liegen die Werte seit Jahren deutlich über 50 Mikrogramm. Spitzenreiter in Hessen ist Darmstadt mit 67 Mikrogramm Stickstoffdioxid.

Das bräunliche Gas kann Atemwege und Lunge schädigen und zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen. „Der Grenzwert wird mit Sicherheit auch 2010 überschritten“, sagt Holger Henke vom städtischen Umwelt- und Gartenamt. Stickstoffdioxid sei viel schwieriger zu bekämpfen als Feinstaub, dessen Ausstoß in den vergangenen drei Jahren im Kasseler Stadtgebiet in den gesetzlichen Grenzen blieb.

Hauptverursacher für die hohe Stickstoffdioxid-Konzentration sind Auspuffgase. Sie tragen nach Angaben von Experten mit 60 bis 80 Prozent zur Luftverschmutzung bei. Deshalb könnte die Einrichtung einer Umweltzone wieder Thema werden. Weil die hohe Belastung kurzfristig nicht auf das erforderliche Maß gesenkt werden kann, will das Land eine Übergangsfrist bis 2015 in Anspruch nehmen.

„Wir sind hessenweit überall sehr weit vom Grenzwert entfernt“, sagt Dr. Marita Mang vom Wiesbadener Umweltministerium. Anders als beim Feinstaub, wo man knapp über den Grenzwerten lag, seien die Werte bei Stickstoffdioxid sehr hoch.

Die Fristverlängerung ist an strenge Auflagen gebunden. Unter anderem muss ein Luftreinhalteplan für den Ballungsraum Kassel aufzeigen, wie die Belastung bis zum Jahr 2015 auf das geforderte Maß gesenkt werden kann. Erste Beratungen wird es am Mittwoch in Kassel geben. Zu der Auftaktveranstaltung sind auch Spediteure und Industrievertreter eingeladen.

Von Ellen Schwaab

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