Autofahrer in Erklärungsnöten

Bußgeldbilanz: Das sind die Ausreden von Verkehrssündern

Kassel. In bestimmten Lebenslagen kommt es offenbar häufiger vor, dass mit manch einem Verkehrsteilnehmer der Gasfuß durchgeht. Freitagnachmittags und unmittelbar vor Spielen der Fußballnationalmannschaft werden Temposünder etwa öfter geblitzt als sonst.

Das sagt der Sprecher des Regierungspräsidiums, Michael Conrad. Dafür gibt es freilich keine Entschuldigung. Auch andere Ausreden lässt die Bußgeldstelle nicht gelten, nimmt sie aber mit Humor. Beispiele von Verkehrssündern in Erklärungsnöten:  

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• „Das vorausfahrende Fahrzeug bremste korrupt ab ...“, schrieb einer an die Mitarbeiter der Bußgeldstelle.

• „Ich bin ferner mit meinen Nerven am Ende und habe mit einer schweren Gastritis zu tun ....“

• Dramatisch schildert ein Fahrer folgendes Geschehen: „Ich wollte den Wagen abbremsen. Ich habe gekämpft, wie ich nur konnte, aber es half nichts. Prallte gegen die Zaunmauer und wurde unbewusst. Aus war es mit meiner Gesinnung.“

• „Es war mitten in der Nacht ..., die Verkehrsschilder waren unbeleuchtet, sie tauchen aus dem Dunkel auf, um sofort wieder zu verschwinden. (...) Die Zeitspanne ist viel zu kurz, um sie zu erkennen, zu verarbeiten, zu reagieren.“

• „Ich habe noch nie Fahrerflucht begangen; im Gegenteil, ich musste immer weggetragen werden.“

• „Ein Fußgänger kam plötzlich vom Bürgersteig ab und verschwand wortlos unter meinem Wagen ...“

• „Der Fußgänger hatte keine Ahnung, in welche Richtung er gehen sollte, also überfuhr ich ihn.“

Hintergrund: Punkte-Reform in Flensburger Kartei

Am 1. Mai dieses Jahres tritt die Punkte-Reform in Kraft. Danach droht künftig ab acht Punkten in der Verkehrssünderkartei in Flensburg der Entzug der Fahrerlaubnis (früher ging es bis 18 Punkte). Statt bisher ein bis sieben Punkte wird es künftig nur noch ein bis vier Punkte geben, wenn ein Autofahrer eine Straftat oder eine Ordnungswidrigkeit begeht.

Zudem wird die Verwarngeldgrenze von zurzeit 40 Euro auf künftig 60 Euro angehoben. Bis zu einem Verwarngeld von 55 Euro entstehen dem Verkehrssünder so geringere Kosten, die er mitunter auch gleich in bar begleichen kann.

Schwerwiegend eingestufte Verkehrsverstöße, die früher mit geringeren Geldbußen (40 Euro) bewertet wurden, werden künftig 60 Euro und mehr kosten und können sich auf dem Punktekonto in Flensburg niederschlagen: Dazu gehören das Telefonieren am Steuer, ungesicherte Kinder, gefährliches Verhalten an Bushaltestellen, die Gefährdung von Fußgängern, das Behindern von Rettungsfahrzeugen in einer Feuerwehrzufahrt und die TÜV-Überschreitung um 4 bis 8 Monate. (hei)

Rubriklistenbild: © dpa

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