In Kassel gibt es immer mehr Ferienwohnungen - Beispiel aus dem Vorderen Westen

Ausspannen in der Stadt

Die Gäste können kommen: Sven und Manuela Freudenstein-Weinreich haben in einem alten Anbau an ein Geschäfts- und Wohnhaus an der Goethestraße eine geräumige Ferienwohnung geschaffen. Fotos: Koch

kassel. Bodentiefe Fenster, elegant-zurückhaltende Einrichtung und ein idyllischer kleiner Innenhof: Aus einem ungenutzten Anbau an der Goethestraße 26 im Vorderen Westen haben Sven und Manuela Freudenstein-Weinreich eine ansprechende Ferienwohnung geschaffen.

„Das war eine Ruine bis vor einem Jahr“, sagt die 39-Jährige, die im Haupthaus unter dem Namen Carpe Diem ein Geschäft für Wohnaccessoires betreibt. Das Ehepaar hat die Räume der einstigen Kult-Gaststätte Knösel erworben und daraus zwei Läden gemacht. Zu ihrem Eigentum gehört auch der Anbau im Hinterhof, in dem ein riesiger Backofen des Cafés Lukullus stand. „Das war einst ein angesehenes, gemütliches Café“, sagt die Geschäftsfrau. „Wir wollten etwas Schönes daraus machen.“

Irgendwann kam ihnen dann die Idee, eine Ferienwohnung in den denkmalgeschützten Räumen einzurichten. „Weil sie außergewöhnlich sind und wir sie auch anderen Menschen zugänglich machen wollten“, sagt Sven Freudenstein-Weinreich. Der Zuschnitt der 90 Quadratmeter großen, offenen Wohnung mit Galerie und ehemaliger Dienstbotentreppe sowie das Ambiente passten gut zur Kunststadt Kassel, sagt der 42-Jährige.

Der gelernte Kfz-Mechaniker hat seinen Job im Kasseler Achsenwerk von Mercedes an den Nagel gehängt und befasst sich nun mit Umbauten, die er selbst plant. Sie führte 14 Jahre lang ein eigenes Geschäft in Fritzlar, bevor sie den Sprung nach Kassel machte.

60 000 Euro haben die beiden in Umbau und Einrichtung gesteckt - und ganz viel Arbeit. Finanzielle Hilfe in Höhe von 9800 Euro gab es aus dem Programm Lokale Ökonomie, mit dem Kleinstbetriebe unterstützt werden.

Sven Freudenstein-Weinreich habe mit viel Liebe aus dem heruntergekommenen Anbau eine kleine Oase gemacht, sagt Petra Schütz-Iller vom Stadtplanungsamt, die ihm beratend zur Seite stand. „Es ist toll geworden. Das ist eine Bereicherung.“ Schütz-Iller ist sicher, dass sich der Einsatz gelohnt hat. Das Ehepaar betritt mit der nach einjähriger Bauzeit fertiggestellten Ferienwohnung Neuland. „Wir sind gespannt, aus welcher Richtung die Gäste kommen“, sagt Manuela Freudenstein-Weinreich. Sie und ihr Mann hoffen, dass ihnen die documenta 2012 zu einem guten Start verhilft.

Das Domizil im Vorderen Westen, das für 79 Euro pro Nacht zu mieten ist, gehört zu einer Palette an Ferienwohnungen in Kassel, die auch im Unterkunftsverzeichnis von Kassel Marketing geführt werden. „Das Angebot wird ganz gut angenommen“, sagt dessen kaufmännische Leiterin Angelika Hüppe.

45 Ferienwohnungen und 27 Privatzimmer zu Preisen zwischen 22 und 140 Euro können Interessenten derzeit buchen. Sofern sie verfügbar sind: Denn besonders während großer Messen übersteige die Nachfrage das Angebot, sagt Hüppe. Ferienwohnungen seien etwa für Familientreffen und Kurzaufenthalte zunehmend begehrt. ARTIKEL UNTEN

Domizil, Goethestraße 26, Anfragen über Carpe Diem, Tel. 0561/7667792.

Von Ellen Schwaab

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