Ärger über die Landesausstellung

Aussteller kritisieren Hessentags-Organisation: Bis zu 30.000 Euro Verlust

Kassel. Bis zu 30.000 Euro Verlust haben Aussteller bei der Landesausstellung in den Messehallen während des Hessentags gemacht. Das geht jetzt aus einer Liste, hervor, auf der mehr als 20 Gewerbetreibende ihre Verluste anlässlich einer Befragung des Statistischen Landesamtes aufgeführt haben.

Bereits einige Tage nach Eröffnung des Landesausstellung hatten viele Händler über Umsatzeinbußen geklagt.

Darunter war auch der Holländer Theo Berukel, der in den ersten vier Tagen nur 300 Euro an seinem Stand mit Unterwäsche umgesetzt hatte. Am Ende hatte er nach eigenen Angaben 2500 Euro Verlust gemacht. Die Hauptgründe für das miese Geschäft waren nach Ansicht der Händler die Abkoppelung der Landesausstellung von der Innenstadt, unzureichende Hinweise und Werbung für die Gewerbeschau, überhöhte Parkgebühren (7 Euro) und hohe Standkosten (120 Euro pro Quadratmeter).

„Es ist bedauerlich, dass einige Aussteller nicht zufrieden waren“, sagt Dr. Dirk Engel, Leiter der Informationsabteilung der Staatskanzlei. Das Konzept sah vor, dass vor allem die auswärtigen Besucher rund um die Messehallen und am Bugasee parken, die Ausstellung besuchen und dann mit den Pendelbussen in die Innenstadt fahren.

Viele Besucher reisten jedoch mit Bahn und Regiotram an und nutzten den Öffentlichen Nahverkehr. Das war zwar für den Hessentag insgesamt und die Verkehrssituation in der Stadt positiv, führte jedoch zu geringeren Besucherzahlen bei der Landesausstellung.

Zu den genauen Besucherzahlen konnte die Staatskanzlei noch keine Angaben machen. „Wir können das Verhalten der Besucher nicht planen“, sagte Engel. Die Landesausstellung von der Innenstadt abzukoppeln, sei wegen des Standorts der Messehallen nicht anders machbar gewesen. Engel: „Es tut uns leid, wenn das nicht funktioniert hat.“ Bei jedem Hessentag müsse man das Konzept auch an den geografischen Gegebenheiten ausrichten.

Anders klingt die Aussage der Stadt Kassel: Alternative Standorte für die Landesausstellung seien kein Thema gewesen, weil die Staatskanzlei schnell mit der Messe Kassel im Gespräch über die Ausrichtung der Landesausstellung in den Messehallen gewesen sei, sagt Pressesprecher Ingo Happel-Emrich.

Archiv-Video

Die Stadt hatte in Sachen Landesausstellung noch während des Hessentags nachgebessert. Beispielsweise wurde die Zufahrt zu den Parkplätzen auch über die Damaschkestraße ermöglicht und gezielt zu den Messehallen geleitet sowie die Beschilderung verbessert. Die Parkgebühren seien Teil des Hessentagsbudgets gewesen. (mkx)

Rubriklistenbild: © Konrad/Archiv

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