Start am Karlsplatz

Ausstellung: Bilder in Schaufenstern erinnern an Kassel vor der Zerstörung

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Schaufensterbummel vor über 100 Jahren: So sah die Wilhelmsstraße früher einmal aus.

Kassel. Die Ausstellung „Bilder einer verlorenen Stadt“ geht in die zweite Runde. Gemeinsam mit der Kasseler Sparkasse und dem Verein Freunde des Stadtmuseums präsentiert die HNA Aufnahmen aus dem alten Kassel vor der Zerstörung an Originalschauplätzen. Diesmal vom Karlsplatz bis zur Wilhelmsstraße.

Hier finden Sie eine Grafik zur Ausstellung.

Bereits beim Aufbau der großformatigen Fotos mit den Texttafeln im Café Nenninger gab es die ersten Reaktionen. „Die Leute bleiben stehen, bisher gab es nur positive Kommentare“, sagt Andrea Obijou. Die Grafikerin und Raumgestalterin sorgt dafür, dass die Ausstellung mit den Bildern der verlorenen Stadt attraktiv präsentiert wird. Rund um den Karlsplatz kann man in den Rundgang einsteigen.

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Verena Nenninger, die mit ihrem Mann das gleichnamige Café betreibt, hat gern Platz in den großen Fensterfronten geschaffen. „Wir sind seit 111 Jahren in Kassel verwurzelt, das Café mit eigener Konditorei gibt es schon in der dritten Generation“, sagt Verena Nenninger. Das Haus des Gründers an der Wilhelmshöher Allee (in Höhe der Luisenschule) wurde im Krieg zerstört.

Von der Garde-du-Corps-Straße ist der Familienbetrieb vor neun Jahren an den Karlsplatz gezogen. Das alte Kassel habe seinen eigenen Charme gehabt.

Aufbau für die Ausstellung im Café Nenninger: Grafikerin und Raumgestalterin Andrea Obijou (links) und Verena Nenninger mit dem großformatigen historischen Foto, das ab heute mit einer Infotafel im Fenster zu sehen ist. Foto:  Fischer

Nur wenige Meter entfernt, im Sanitätshaus Brandau am Karlsplatz, ist eine weitere Station der Ausstellung. Seit 135 Jahren ist das eine bekannte Adresse in Kassel. „Das Haus der Gründer stand auf dem heutigen Parkplatz, es wurde in der Bombennacht zerstört“, sagt Geschäftsführerin Heike Peter. Das Gebäude, in dem das Sanitätshaus heute zu finden ist, war eines der ersten, die nach dem Krieg am Karlsplatz neu gebaut wurden.

Vom Schaufenster des Bestattungshauses Kracheletz über den Juwelier Siebeneicher geht es auf der Wilhelmsstraße weiter in Richtung Neue Fahrt. Die nächsten Stationen des Rundgangs sind das Bettenhaus Ochmann, das GWG-Haus mit dem Büro der Stadtreiniger, der Adler-apotheke und „Fritz macht Licht“ an der Garde-du-Corps-Straße.

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Die Ausstellung ist ab heute zu sehen. Eröffnet wird sie vor der Schaustelle an der Wilhelmsstraße (ehemals Heini Weber). Dort feiern die Freunde des Stadtmuseums ab 15 Uhr ihr 25-jähriges Bestehen mit einem Sommerfest, zu dem Gäste willkommen sind. Sparkassen-Chef Ingo Buchholz eröffnet die Ausstellung. Um 16 Uhr beginnt eine Führung mit dem Historiker Christian Presche.

Von Thomas Siemon

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