Sonderausstellung

Im Naturkundemuseum: Kassels Naturgeschichte in 3D

Rette sich, wer kann: Leah Wördehoff treibt auf einem Baumstamm in einem See, die Ungeheuer rücken an. Foto: Koch

Kassel. Normalerweise ist das Fotografieren von Gemälden und anderen Kunstobjekten im Museum untersagt. Wer gar auf die Idee kommt, eines der Werke anzufassen, löst möglicherweise den Alarm aus.

Um es mit Heinz Erhardt auszudrücken: Das Berühren der Figüren mit den Pfoten ist verboten.

Anders in der neuen Sonderausstellung des Naturkundemuseums im Ottoneum, die am morgigen Sonntag, 21. Dezember, eröffnet wird: Da werden die Besucher von Museumschef Dr. Kai Füldner geradezu aufgefordert, die Exponate anzufassen. „Kassels Naturgeschichte in 3 D“ lautet der Titel der Ausstellung, bei der 18 überdimensionale, eigens nach den Angaben des Naturkundemuseums gefertigte 3 D-Ölgemälde gezeigt werden, die durch die Natur- und Kulturgeschichte der nordhessischen Region führen.

„Im Vordergrund dieser Ausstellung steht der Spaß“, sagt Füldner. Die Besucher sollen sich selbst in die Bilder einbringen und diese Inszenierungen fotografieren lassen. Damit will der Museumschef auch ein Publikum erreichen, das sonst eher nicht in Ausstellungen zu finden ist: Jüngere Leute, die sich ohnehin in allen Lebenslagen fotografieren lassen oder Selfies fertigen. Im Naturkundemuseum kann man sich jetzt beim Füttern eines Sauriers ablichten lassen, mit dem Goethe-Elefanten vor der Orangerie posieren, Landgraf Karl die Hand reichen, damit er aus dem Kaskaden-Teich steigen kann, oder mit einem Tintenfisch um eine Handtasche kämpfen. „Die Bilder dürfen nicht so ernst genommen werden“, sagt Füldner.

Die Idee für die Ausstellung habe eine Frankfurter Agentur mit Kontakt nach China gehabt, wo die 3 D-Ölgemälde nach Kasseler Vorlage innerhalb von drei Monaten gemalt worden seien. Bislang habe es solche Gemälde noch nie für eine Ausstellung in einem Naturkundemuseum gegeben. Die Ausstellung sei quasi ein Testlauf für die Agentur, die auch die Kosten für die Bilder übernommen habe, sagt Füldner. Die Einnahmen der Ausstellung teilten sich das Museum und die Agentur.

Auf einem der 3 D-Ölgemälde ist auch der Erfinder Denis Papin zu sehen, der im Ottoneum im Jahr 1705 eine Pumpe vorgestellt haben soll. In der Ausstellung kann man sich mit Papin fotografieren lassen, dessen Labor gerade in die Luft fliegt. Es ist nicht ausgeschlossen, dass sich solch eine Szene mit dem französischen Erfinder tatsächlich vor über 300 Jahren an Ort und Stelle zugetragen hat.

Die Sonderausstellung wird bis Anfang September 2015 laufen. Es sind wieder eine Reihe von Führungs- und Workshopangeboten für Gruppen sowie Kindergeburtstage und weitere pädagogische Veranstaltungen geplant. Infos und Anmeldung unter Tel. 05 61/787-4066 (dienstags bis sonntags von 10.30 bis 16.30 Uhr), per E-Mail unter naturkundemuseum@stadt-kassel.de, im Internet unter www.naturkundemuseum-kassel.de

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