Ausstellung „Bilder unserer verlorenen Stadt": Neue Fotos vom alten Kassel

+

Kassel. Die Ausstellung „Bilder unserer verlorenen Stadt“ geht in die fünfte Runde. Gemeinsam mit der Kasseler Sparkasse und dem Verein Freunde des Stadtmuseums präsentiert die HNA Aufnahmen aus dem alten Kassel vor der Zerstörung an Originalschauplätzen. Diesmal rund um die Martinskirche.

Die Ausstellung „Bilder unserer verlorenen Stadt“ hat das Herz des alten Kassel erreicht. Vom Martinsplatz mit der Martinskirche bis zum heute als Markthalle und Archiv genutzten Marstallgebäude gibt es zehn Stationen.

Auf großformatigen Bildern sind dort Fotos aus dem alten Kassel vor der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg zu sehen. Zum Beispiel im Schaufenster von Oxfam an der Hedwigstraße / Ecke Martinsplatz. Wer sich die Aufnahme aus dem Jahr 1900 anschaut und sich dann umdreht, hat den Vergleich zwischen damals und heute.

Mehr Infos zur Ausstellung finden Sie im Regiowiki.

Das macht den Reiz der Ausstellung aus. Die historischen Fotos sind an den Originalschauplätzen zu sehen. Dazu gibt es auf einer Texttafel Informationen, die der Kasseler Historiker Christian Presche zusammengestellt hat. Die Ausstellung ist eine Gemeinschaftsaktion des Vereins Freunde des Stadtmuseums, der Kasseler Sparkasse und der HNA.

Seit dem Start im Frühjahr 2011 mit dem Quartier rund um die Wolfsschlucht ist der aktuelle Rundgang bereits die fünfte Auflage in einem jeweils neuen Quartier. „Es hat sich herumgesprochen, was wir hier machen“, sagt Gabriela Wolff-Eichel, die Vorsitzende der Freunde des Stadtmuseums. Die Bereitschaft von Ladeninhabern, einen Teil ihrer Schaufenster zur Verfügung zu stellen, sei groß. Das allein hat für die aktuelle Ausstellung aber nicht gereicht. Die Markthalle zum Beispiel hat keine Schaufenster. Deshalb sind hier zwei historische Bilder an den Mauern des Parkdecks an der Straße Die Freiheit angebracht.

Etwas weiter unten Richtung Altmarkt steht nicht weit vom Zisselbrunnen ein großes Dreieck aus bespannten Bauzäunen. Hier hat die Grafikerin Andrea Obijou die historischen Fotos auf Stoffdrucken vergrößert. Auch hier bekommt man einen Eindruck davon, wie das alte Kassel einmal aussah und wie die nun auch schon historische Bebauung der 1950er-Jahre diese Vorlagen zum Teil aufgenommen hat.

Von Thomas Siemon

Bis Oktober 2013: Gesamtschau aller Bilder im Rathaus

 „Verlorenes Kassel“ interaktiv erleben: QR-Codes begleiten die Ausstellung im Netz

Seitdem immer mehr Mobiltelefone internetfähig und mit Kameras versehen sind, gibt es auch immer mehr Einsatzmöglichkeiten für die eigentlichen Sprachgeräte. Zu den Nutzungsmöglichkeiten gehören auch QR-Codes, die Anwender mittels eines QR-Code-Readers einscannen und „lesen“ können. QR steht für Quick Response, „schnelle Antwort“. Wo immer dieser Code auftaucht, reicht ein schneller Griff zum Handy und das Aktivieren des QR-Programms. Die integrierte Kamera scannt den Code und leitet die Nutzer weiter zu den Informationen, die in diesem hinterlegt sind. Im Regiowiki der HNA wird die Ausstellung im Internet begleitet. Dort gibt es zusätzliche Informationen. Jedes Exponat hat einen eigenen QR-Code, über den Sie die „verlorene Stadt“ im Internet wiederfinden.

Die Ausstellung „Bilder unserer verlorenen Stadt“ war bereits in den Quartieren rund um die Wolfsschlucht, entlang der Wilhelmsstraße, rund um den Karlsplatz sowie an der Oberen Königsstraße zu sehen. Sie soll bis zum 1100. Geburtstag Kassels im Jahr 2013 fortgesetzt werden. Dann jährt sich auch zum 70. Mal die Zerstörung Kassels in der Bombennacht vom 22. Oktober 1943. Geplant ist eine Gesamtschau mit allen Bildern, die bis dahin präsentiert wurden. „Ich bin immer wieder überrascht, wie groß das Interesse am alten Kassel ist“, sagt Mitinitiatorin Gabriela Wolff-Eichel, die Vorsitzende des Vereins Freunde des Stadtmuseums (1500 Mitglieder). Viele Geschäftsinhaber haben positive Erfahrungen damit gemacht, Bilder der Ausstellung in ihren Schaufenstern zu zeigen. Deshalb ist auch vorgesehen, die historischen Aufnahmen im Herbst nächsten Jahres an so vielen Stationen wie möglich noch einmal zu zeigen.

Die Ausstellung gehört zum offiziellen Programm beim Stadtjubiläum Kassel 1100 im kommenden Jahr. (tos)

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.