Fragen und Antworten zum Thema

Corona-Impfungen in Kassel: Ausweis oder Attest als Nachweis

Bestätigung über eine bereits erhaltene Impfung gegen das Coronavirus im Impfpass
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Danach sehnen sich derzeit viele Menschen: Unser Foto zeigt die Bestätigung über eine bereits erhaltene Impfung gegen das Coronavirus im Impfpass.

In zwei Wochen sollen die Corona-Impfungen im Kasseler Impfzentrum starten. Wer nicht dorthin kommen kann, den besucht ein mobiles Team. Fragen und Antworten dazu sowie zu den aktuellen Fallzahlen.

Ab wann werden Impfteams Senioren, die nicht mehr mobil sind, zu Hause aufsuchen?
Der Zeitpunkt ist noch nicht klar. Angekündigt hat die Hessische Landesregierung aber bereits, dass Menschen, die ihre Wohnung nicht verlassen können, von mobilen Impfteams besucht werden sollen und es auch ein Erfassungsverfahren für häusliche Impftermine geben soll. Aufgrund der geringen Impfmengen werde es noch einige Wochen in Anspruch nehmen, bis Hausbesuche durch Impfteams landesweit erfolgen könnten, erklärte dazu am Dienstag die Hessische Landesregierung. Eine über 80-jährige HNA-Leserin schreibt: „Mein Mann kann nicht laufen und muss mobil geimpft werden.“ Ob in diesem Fall die Möglichkeit bestehe, dass sie gleich mitgeimpft werde. Das sollte möglich sein und bei dem häuslichen Impftermin vereinbart werden.
Gilt die höchste Priorisierung bei der Corona-Impfung auch für die ambulanten Pflegedienste?
Ja, das ist so. Eine HNA-Leserin hat dies gefragt und betont, dass eine Großzahl von Pflegebedürftigen und deren Angehörige durch ambulante Pflegedienste unterstützt werden. „Die im ambulanten Bereich tätigen Pflegekräfte gehen in viele Haushalte und haben selbstverständlich, wie auch die Betreuten, ein eigenes persönliches Umfeld. Entsprechend ist die Risikosituation“, schreibt die Kasselerin. Nach der vom Bundesgesundheitsministerium vorgegebenen Einteilung gehören zu den Impflingen mit höchster Priorität nicht nur die Bewohner und Mitarbeiter von Alten- und Altenpflegeheimen, sondern auch die der ambulanten Pflegedienste.
Welcher Nachweis muss für eine Impfung vorgelegt werden?
Wer zur ersten Impfgruppe gehört, also über 80 Jahre alt ist, kann sich laut Corona-Impfverordnung des Bundesgesundheitsministeriums mit seinem Personalausweis oder einem anderen Lichtbildausweis, auf dem der Wohnort vermerkt ist, ausweisen. Für die weiteren Impfungsgruppen gilt: Menschen mit chronischen Erkrankungen brauchen ein ärztliches Attest zum Nachweis ihrer Erkrankung. Kontaktpersonen brauchen eine Bestätigung der betreuten Person.
Was ist, wenn ich meinen Impfpass nicht finde?
Das ist kein Problem. Auch Personen ohne Impfpass werden geimpft. Jeder, der eine Impfung bekommen hat, bekommt darüber eine Bescheinigung in Papierform, teilt die Hessische Landesregierung mit.
Was bedeuten die neuen Kontaktbeschränkungen für private Treffen?
Im öffentlichen Raum dürfen sich Angehörige eines Haushaltes nur noch mit einer weiteren Person treffen. Dazu zählen auch Kinder. Ausnahmen gibt es allerdings für die gemeinsame Kinderbetreuung von bis zu drei Familien oder für die Begleitung und Betreuung minderjähriger oder unterstützungsbedürftiger Personen. Für Schüler-Lerngruppen, die aus drei Jugendlichen bestehen, dagegen nicht. Die verschärften Regeln gelten ab 11. Januar im öffentlichen Raum. Für den privaten Raum gilt in Hessen eine dringliche Empfehlung, diese Vorgaben einzuhalten.
Wie haben sich die Infiziertenzahlen in Stadt und Landkreis entwickelt?
Das Gesundheitsamt hat am Mittwoch von 78 Neuinfektionen in der Region berichtet. Die Zahl der aktuell Infizierten ist im Vergleich zum Vortag aber wiederum deutlich zurückgegangen: um 101 auf jetzt 1203 Betroffene in Stadt und Landkreis. 159 Infizierte befinden sich im Krankenhaus, 43 davon werden intensivmedizinisch behandelt. 176 weitere Corona-Infizierte gelten inzwischen als genesen, leider weist Statistik auch drei weitere Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus aus.
Wie wirken sich die Zahlen auf die Inzidenzwerte aus?
In der Stadt Kassel ist die Sieben-Tage-Inzidenz weiter leicht gesunken, im Landkreis wieder über den Wert von 100 angestiegen. Das Gesundheitsamt hat am Mittwoch den Wert für die Neuinfektionen in den letzten sieben Tagen pro 100 000 Einwohnern mit 106,6 für die Stadt Kassel (Vortag: 115) und mit 101 für den Landkreis (Vortag: 97,6) angegeben. Damit liegen die Inzidenzwerte in der Region weiter deutlich über der angestrebten Inzidenz von 50. Sie liegen aber auch deutlich unter dem Inzidenzwert von 200, der für Regionen weitere Einschränkungen, nämlich das Beschränken der Mobilität auf einen Radius von 15 Kilometern um den Wohnort, erforderlich machen würde.
Wie belastbar sind die Zahlen derzeit überhaupt?
Weil über die Feiertage, also über Weihnachten und den Jahreswechsel, weniger getestet und weniger dokumentiert worden ist, weisen derzeit sowohl das Robert-Koch-Institut (RKI) als auch andere staatliche Stellen bei Veröffentlichung der Statistiken darauf hin, dass die Zahlen weniger belastbar sind als sonst. Zudem verweist das Gesundheitsamt Region Kassel nach wie vor bei seinen täglichen Übersichten darauf, dass es wegen der anhaltend hohen Zahlen von Infektionen und der damit verbundenen starken Arbeitsbelastung zu Einschränkungen und Abweichungen in der Statistik kommen kann

Von Andreas Hermann Und Marie Klement

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