Entwicklung von Forschern

Neue App: So fahren Sie auf der grünen Welle durch Kassel

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Sieht aus wie ein Navi, kann aber mehr: Der wissenschaftliche Mitarbeiter Felix Rudolph demonstriert eine Vorstufe der Handy-Applikation, die Autofahrern hilft, auf die grüne Welle zu kommen.

Kassel. Ein Auto, das sich selbst die grüne Welle sucht, muss gut vernetzt sein. Und zwar mit den Ampeln. So ein Auto, das weiß, wann welche Ampel grün wird und wann sie auf Rot umspringt, könnte dem Fahrer jede Menge Wartezeit sparen.

Auch die Umwelt würde profitieren, weil weniger Lärm und Abgase durch das Anfahren nach den Stopps entstehen würden.

Diese Überlegungen stehen hinter dem Forschungsprojekt des Fachgebiets Verkehrstechnik und Transportlogistik der Uni Kassel, das Teil der bundesweiten Initiative Urban ist. Die Wissenschaftler unter der Leitung von Prof. Robert Hoyer haben bereits ein gutes Stück auf dem Weg zu einer intelligenten Handy-Anwendung für Autofahrer, die mit Informationen über die Ampelschaltung gespeist wird, zurückgelegt.

Aus einem Vorgängerprojekt gibt es schon eine funktionierende Software für Festzeitampeln – also Ampeln, die in einem festen Rhythmus umschalten. Das Handy in der Freisprechhalterung zeigt dem Fahrer jeweils für die verschiedenen Spuren an einer Ampelkreuzung an, wie lange es noch bis zur nächsten Grünphase dauert.

 

So eine Art „Ampel-Navi“ gilt es jetzt auch für die Kasseler Verkehrslandschaft zu entwickeln: Hier sind Ampelphasen nämlich vom Verkehrsaufkommen abhängig. So können zum Beispiel Trams und Busse Grün für ihre Strecke anfordern. Detektoren an den Ampeln erkennen außerdem, wann viel Verkehr ist, und passen dann die Länge der Grünphasen an. Deshalb muss die Software, die hinter der Handy-Anwendung steht, zuverlässige Prognosen über die Grünphasen abgeben, erklärt der wissenschaftliche Mitarbeiter Toni Weisheit.

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Dazu wiederum muss die Kommunikation zwischen Handy und Ampel funktionieren. Hier kommt das Straßenverkehrsamt ins Spiel. Von den zentralen Servern, auf denen die Daten über alle Ampeln im Stadtgebiet zusammenlaufen, müssen die Informationen per Mobilfunk an die Handy-Navigation weitergegeben werden, sagt Dr. Thorsten Miltner, auf städtischer Seite Leiter des Projekts. Wenn die Handy-Anwendung (kurz: App) nicht nur die Informationen über die Ampeln, sondern auch über das gewünschte Ziel hat, könnte es Autofahrer auch auf die Route leiten, wo sie am zügigsten durchkommen, erläutert Uni-Mitarbeiter Felix Rudolph.

Dabei gibt die App wie ein Navi Hinweise zur passenden Geschwindigkeit, mit der die nächste Ampel bei Grün erreicht wird. Auf dem Bildschirm wird dazu eine Art rot-grüner Teppich angezeigt. Liegt der Fahrer noch im roten Bereich, muss er - so weit möglich und erlaubt - beschleunigen oder das Tempo drosseln. Ist er im grünen Bereich, kann er sicher sein, die Ampel passieren zu können, wenn er das von der App empfohlene Tempo einhält.  

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