Land sieht Kommunen in der Pflicht

Autobahnanschluss Sandershäuser Berg: Finanzierung ist offen

Kassel/Niestetal. Als Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Mittwochabend in Kassel den Bau des seit Langem diskutierten Autobahnanschlusses am Sandershäuser Berg bei Niestetal verkündete, da schien es so, als sei auch die Finanzierung des auf mindestens fünf Millionen Euro geschätzten Projekts gesichert. Doch dem ist offenbar nicht so.

Am Tag nach der Ankündigung des Regierungschefs sorgte Hessens Verkehrsminister Dieter Posch (FDP) in Sachen Finanzen für eine ernüchternde Klarstellung. Der Bund habe eine Mitfinanzierung der Anschlussstelle an der Autobahn 7 ausgeschlossen, da die bestehende Anschlussstelle Kassel-Nord „auf absehbare Zeit leistungsfähig ist“, erklärte der Minister am Donnerstag auf HNA-Anfrage. Der Bund sehe keine Veranlassung für einen Um- und Ausbau oder gar eine Verlegung der Anschlussstelle, sagte Posch.

Lesen Sie mehr zum Gewerbegebiet Sandershäuser Berg im Regiowiki.

Der Verkehrsminister sieht für die Verwirklichung einer neuen Anschlussstelle die Kommunen am Zug, die sich für eine Erweiterung des Gewerbegebiets Sandershäuser Berg einsetzen. Es sind dies neben Niestetal die Städte Kassel und Baunatal sowie die Gemeinden Fuldabrück und Lohfelden. Die an dem Gewerbegebiet beteiligten Kommunen müssten die neue Anschlussstelle planen und finanzieren. Ihre Entscheidung für die Erweiterung des Gewerbegebiets in Richtung Staufenberg (Landkreis Göttingen), so der Minister, sei die „Voraussetzung für alles weitere“.

Sollten sich die Kommunen einigen und eine Finanzierung für die Anschlussstelle zustande bringen, könne diese nach Einschätzung Poschs ab dem Jahr 2015 gebaut werden. In der Staatskanzlei in Wiesbaden hat man der Darstellung Poschs wenig hinzuzufügen. Man müsse nun schauen, wie die Finanzierung auf die Beine gestellt werden könne, sagte der stellvertretende Regierungssprecher Rainer Kling unserer Zeitung.

Fotos: SMA-Halle im neuen Gewerbegebiet

SMA-Halle am Sandershäuser Berg

Dabei seien die Kommunen gefordert, die an einer Erweiterung des Gewerbegebiets interessiert seien. Wichtig sei, dass der Bund grundsätzlich grünes Licht für den Bau an der Landesgrenze zu Niedersachsen gegeben habe. Das Bundesverkehrsministerium, auf dessen Staatssekretär Rainer Bomba (CDU) sich Bouffier bei seiner Erklärung in Kassel bezogen hatte, hat für Freitag eine Stellungnahme angekündigt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.