Auch documenta-Leiter von Ruangrupa unterstützen Aktion auf Steinweg

Weihnachtsbäume gegen Autobahnen: Kasseler Künstler protestieren mit Fridays for Future

Noch liegen sie im Hof des Dock 4: Etwa 200 Weihnachtsbäume hat die Gruppe Raamwerk mit anderen Initiativen gesammelt. Sie werden am Montag auf dem Steinweg aufgestellt, um gegen den Weiterbau der Autobahnen 44 und 49 zu demonstrieren.
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Noch liegen sie im Hof des Dock 4: Etwa 200 Weihnachtsbäume hat die Gruppe Raamwerk mit anderen Initiativen gesammelt. Sie werden am Montag auf dem Steinweg aufgestellt, um gegen den Weiterbau der Autobahnen 44 und 49 zu demonstrieren.

Mit einer spektakulären Weihnachtsbaum-Aktion demonstrieren Kasseler Künstler gegen Autobahnen. Neben Fridays for Future unterstützen auch die neuen documenta-Leiter den Protest.

Kassel – Mit ungewöhnlichen Kunstaktionen hat sich das Kollektiv Raamwerk in den vergangenen Jahren einen Namen in Kassel gemacht. Dabei bewegen sich die Designer und Künstler nicht nur im Kulturkosmos. „Wir sind auch nachhaltig unterwegs“, sagt Mitglied Britta Wagemann.

Im Herbst protestierte sie mit anderen Gegnern des Weiterbaus der A 49 im Dannenröder Forst gegen die Rodung des dortigen Waldes – vergeblich. Nun verbinden Raamwerk mit ihrer bislang spektakulärsten Aktion Kunst und Protest. Mit Umweltschützern und knapp 20 unterstützenden Initiativen stellen sie am Montagmorgen 200 Weihnachtsbäume auf dem Steinweg in Höhe des Friedrichsplatzes auf.

Das Motto lautet: „Wenn ihr Straßen durch den Wald baut, bauen wir einen Wald auf die Straße.“ Zu den Unterstützern zählen nicht nur Fridays for Future und BUND, sondern auch die Gruppe Ruangrupa, die die nächste documenta leitet.

In nicht einmal zwei Wochen haben die Organisatoren 200 ausgediente Weihnachtsbäume gesammelt, die nun im Hof des Kulturhauses Dock 4 liegen. Dort werden am Sonntag noch Baumständer gebastelt. Am Montag sollen die aufgereihten Bäume von 12 bis 16 Uhr auf einer von sechs Fahrspuren darauf hinweisen, dass die Weiterplanungen der Autobahnen 44 und 49 „klimaschädliche Mobilitätskonzepte von gestern“ sind, wie es in der Ankündigung heißt. Das Ordnungsamt hat die Versammlung genehmigt.

Ungewöhnlich ist auch der Aufruf, nicht persönlich am Protest teilzunehmen. Wegen Corona „demonstrieren Bäume stellvertretend für Menschen“. Passend zum Beginn des Beuys-Jahrs erinnert die Aktion an das Kunstwerk „7000 Eichen“ des documenta-Künstlers. In der Ankündigung wird schon auf eine mögliche Wiederholung im nächsten Jahr hingewiesen: „Wie wäre es dann mit 7000 Tannenbäumen? Allerdings besteht die leise Hoffnung, dass eine solche Aktion dann nicht mehr nötig ist.“ (Matthias Lohr)

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