Täter stehlen auf Bestellung

Autodiebstahl in Stadt und Kreis Kassel nimmt zu

Kassel. Immer öfter blicken Autofahrer in Stadt und Landkreis mit Schreck und Verzweiflung auf einen leeren Parkplatz. Das Auto ist weg, gestohlen. Wurden in der Stadt Kassel 2009 insgesamt 88 Autos entwendet, waren es 2013 bereits 106.

Im Kreis Kassel haben sich die Zahlen nahezu verdoppelt: 2009 gab es 36 Fälle, 2013 wurden 68 Autos gestohlen.

Die meisten Karossen verschwinden auf Nimmerwiedersehen. Es gibt nach Einschätzung der Kasseler Polizei  nur noch wenige Gelegenheitstäter, die spontan ein Auto mitnehmen und am Straßenrand stehen lassen, wenn der Tank leer ist. Auch ADAC-Fachmann Ulrich Buckmann  geht davon aus, dass vor allem hochwertige Fahrzeuge meist von professionellen Banden mit modernster technischer Ausstattung gezielt und auf Bestellung gestohlen werden. „Das ist organisierte Kriminalität“, sagt Buckmann.

Schon wenige Stunden nach einem Diebstahl, der von den Autobesitzern oft noch gar nicht bemerkt wurde, rollen die Fahrzeuge bereits über die polnische Grenze nach Weißrussland, in die baltischen Staaten oder die Ukraine und vielleicht weiter nach Russland oder Rumänien. „Ein großer Teil der Fahrzeuge geht nach Osteuropa“, weiß der ADAC-Experte. Autodiebe haben im vergangenen Jahr bundesweit 18.805 Autos gestohlen, eine Steigerung von vier Prozent im Vergleich zu 2012. Die Zahlen steigen weiter an. Vor allem auf deutsche Luxusgefährte von Audi, BMW und VW hatten es die Diebe abgesehen. Die Kraftfahrtversicherer mussten 2013 dafür 264 Millionen Euro an die Versicherten zahlen.

Wir haben Fachleute des ADAC und die Polizei gefragt, was Autobesitzer tun können, um den Dieben das Handwerk zu legen – zum Beispiel die gute alte Lenkradkralle verwenden.

Von Jörg Steinbach

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