Fraunhofer-Chef Hoffmann warb auf Elektromobilitätskongress auch für Gasfahrzeuge

Autofahren ganz ohne CO2

Klaus Heber

Kassel. „CO2-freie Mobilität ist machbar“, lautete das Fazit des Leiters des Kasseler Fraunhofer-Instituts Iwes, Prof. Clemens Hoffmann, während des 4. Elektromobilitätskongresses der Landesregierung, der gestern im Volkswagenwerk in Baunatal stattgefunden hat. Etwa 100 Experten aus dem gesamten Bundesgebiet waren nach Nordhessen gekommen, um sich über den neuesten Stand der Entwicklung zu informieren.

Der Veranstaltungsort war nicht zufällig gewählt. Schließlich werden die Antriebe für E-Autos und Hybridfahrzeuge in Baunatal entwickelt und gebaut. Ein mittlerer zweistelliger Millionenbetrag wird in diesem und im kommenden Jahr in Gebäude und Fertigungsanlagen investiert. 100 Beschäftigte arbeiten bereits in dem Bereich, bis Ende 2014 sollen es 1200 sein. Werkleiter Prof. Hans-Helmut Becker hatte die E- und Hybridantriebe vor fünf Jahren gegen massiven konzerninternen Wettbewerb nach Baunatal geholt.

Prof. Hoffmann belegte in seinem Vortrag, dass die CO2-, also Kohlendioxid-freie Mobilität technisch schon heute möglich wäre. Allerdings nicht mit Elektro-Autos allein, sondern vor allem auch durch den Einsatz von Gasfahrzeugen, die ausschließlich ökologisch produziertes Methan tanken. Und das wird indirekt aus Ökostrom gewonnen. Bei der sogenannten Methanisierung wird mit Ökostrom Wasser in seine Bestandteile zerlegt und der Wasserstoff mit CO2 zu Methangas vermischt. Dann wird es aufbereitet und ins Gasnetz eingespeist. Der Clou: Das in Biogasanlagen entstehende CO2 wird dabei im Methangas gebunden. Das Iwes erprobt dieses Verfahren derzeit in einer Pilotanlage bei Bad Hersfeld.

VW-Chefentwickler im Getriebebau, Klaus Heber, gab sich überzeugt, dass Volkswagen mit seinen Elektro- und Hybridantrieben „zukunftsfähige Produkte“ hat. Bisher bietet der Konzern den Kleinstwagen Up als E-Auto an. Im nächsten Jahr kommt der Golf dazu. Geplant sind auch Hybrid-Fahrzeuge, deren Batterien sich laden lassen. Die werden mit den modernen Direktschaltgetrieben aus Baunatal ausgerüstet. Bei Hybridfahrzeugen sind die Anforderungen ans Getriebe besonders hoch. Sie spielen bei solchen Antrieben eine zentrale Rolle.

Eingangs hatte Hessens Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann versichert, dass die Landesregierung auch künftig auf die Elektromobilität setze. „Das gilt auch für die künftige Regierung – ganz gleich, wie sie aussieht“, sagte sie. Gleichzeitig unterstrich sie die Bedeutung von Innovation. Sie sichere den Standort und damit Arbeitsplätze.

Von José Pinto

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