Autoklau für gute Sache: Schüler drehten Film über Gewalt und Rassismus

Projektteam und Hauptdarsteller: von links Katharina Huber, Johanna Baron und Selin Kayacan, Udo Amling, Fabian Schmidt

Fritzlar. Aus Langeweile klauen Jugendliche ein Auto und überfahren im Suff eine Frau: Was klingt wie ein Krimi, ist die selbst entworfene Handlung eines Drehbuches für einen Spielfilm, den Schüler der EIBE-Klassen der Fritzlarer Friedrich-Ebert-Schule gedreht haben.

Unterstützt wurden sie dabei von Katharina Huber, Pädagogik-Studentin der Universität Kassel, und Sozialarbeiter Fabian Schmidt. Der Titel: "Gewalt und Rassismus - ohne uns!"

Im Zentrum des Medienprojekts stehen sowohl die Vermittlung von Medienkompetenz als auch die Behandlung und Beschäftigung mit den politisch relevanten Themen Rechtsextremismus, Gewalt, Ausgrenzung und Zivilcourage.

Das Konzept der Spielfilmpädagogik mit dem Schwerpunkt Konflikt- und Gewaltbearbeitung wurde von Dr. Reinhard Nolle, Dozent der Universität Kassel, entwickelt. Inhaltlich stehen die Geschichten der Teilnehmer und ihre Alltagserfahrungen im Mittelpunkt. Bei der Zusammenarbeit für den Film erwerben die Schüler Sozialkompetenz, Teamfähigkeit und Disziplin, erklärte Huber.

Über das Projekt erhoffen sich Pädagogen und Sozialarbeiter auch die Vermittlung einer veränderten Einstellung gegenüber Mobbing, Gewalt und Rassismus. "In der Schule mobben sich viele Schüler gegenseitig, gehen nicht normal miteinander um, vieles geht gegen Ausländer", erzählte die 16-jährige Johanna Baron.

Im Film werde gezeigt, dass alle gleichberechtigt seien. Der Schülerin gefällt, dass man beim Projekt Leute kennen lernt, mit denen man sonst vielleicht nichts zu tun gehabt hätte. Durch eine Szene im Film sei ihnen klar geworden, dass man bei Gewalt nicht vorbeilaufen, sondern dazwischen gehen müsse, sagte Selin Kayacan.

Die 15-Jährige fand neben der Handlung auch die Dreharbeiten spannend: "Stressig war es, aber es macht Spaß. Man muss sich genau in die Rolle hineinversetzen", sagte sie. Zwei Wochen arbeiten die Schüler im Projekt. Der Film wird in der Schule und beim Filmfestival Schwalm-Eder gezeigt.

Von Bettina Mangold

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