Autonarren auf der Jagd: Oldtimermarkt in Messehallen

Kassel. Vor den Hallentoren auf dem Messegelände hatten sich bereits vor Eröffnung des Oldtimer- und Teilemarkts Technorama dicke Menschentrauben gebildet. Oldtimerfans und Bastler wollten sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, die auf Hochglanz polierten Schätze zu bewundern, Ersatzteile zu erstehen und ausgiebig zu fachsimpeln.

Auch Frank Wöhner, Mario Trebs und Hans Barche aus dem thüringischen Meiningen hatten sich beizeiten auf den Weg gemacht. „Wir sind Jäger und Sammler“, sagte Wöhner, stolzer Besitzer von vier Oldtimern aus den 1930er-Jahren. Der 61-Jährige und seine Freunde waren auf der Suche nach Vorkriegsteilen, wie sie Fredy Ley aus Straßburg in großer Auswahl anbot: alte Autofeuerlöscher und Tachometer aus Messing, Lenkräder aus Holz und blitzendem Chrom. Preise wollte der Franzose ohne echtes Kaufinteresse nicht nennen. „Bei Vorkriegsteilen wird’s immer etwas teurer“, wusste Wöhner.

Raritäten präsentierten auch die Aero-Freunde. Die tschechische Marke wurde von dem gleichnamigen Flugzeugbauer nur zehn Jahre produziert. Bei einem Besuch in Tschechien entdeckte der 65-jährige Kfz-Meister Bernd Rohde ein Modell aus dem Jahr 1935 und ließ es restaurieren. „Ich habe mich sofort verliebt“, sagte er. Das silbergraue Gefährt und ein roter Aero von 1933 mit Schwiegermuttersitz im Kofferraum waren auch auf der Technorama ein Blickfang. Doch nicht nur die mit viel Liebe restaurierten Oldtimer, die legendären Simsons, Vespas und NSU Quicklys, die schnittigen 70er-Jahre-Porsches und andere Flitzer zogen alle Blick auf sich. Auch Ersatzteile waren begehrt.

Holger Deichfuß zum Beispiel, der aus Jühnde bei Göttingen gekommen war, suchte einen Vergaser für seinen 220er Mercedes, Baujahr 1968. Wie viele andere besuchte er nicht zum ersten Mal die Technorama. „Ich bin jedes Jahr hier“, sagte er. „Es ist immer wieder spannend.“ Auf der Messe finde er Teile, die sonst schwer zu haben seien.

Oldtimer in den Kasseler Messehallen

Für eine freudige Überraschung sorgte bei manchem Besucher auch das Feuerrote Spielmobil, das Mitglieder der Kasseler Alt-Opel-Interessengemeinschaft aus der Oldtimersammlung der Adam Opel AG in Rüsselsheim nach Kassel kutschiert hatten. Das Gefährt, das von 1972 bis 1981 im Mittelpunkt einer Fernsehserie für Kinder stand, sorgte auch bei Dieter Plünnecke für strahlende Augen. „Na klar, das war meine Zeit“, sagte der 55-jährige Kasseler. „Damals gab’s nur die eine Sendung für Kinder im Fernsehen. Wir haben uns immer darauf gefreut.“ (els)

Rubriklistenbild: © Koch

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