Was war denn da los?

Autos versperren Weg zur Fußgängerzone in Kassel – Das steckt dahinter

Zwei abgestellte Autos versperrten die Zufahrt zur Innenstadt in Kassel: So sah am Sonntag der Schutz vor möglichen Anschlägen mit Fahrzeugen aus.
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Zwei abgestellte Autos versperrten die Zufahrt zur Innenstadt in Kassel: So sah am Sonntag der Schutz vor möglichen Anschlägen mit Fahrzeugen aus.

Am Sonntag (31.10.2021) war die Innenstadt von Kassel wegen der Casseler Freyheit sehr gut besucht. Aufgefallen sind dabei Autos, die die Zufahrt zur City sperrten.

Kassel – Die Kasseler Innenstadt war am Sonntag (31.10.2021) zur Casseler Freyheit rappelvoll. Viele Tausend Besucher erfreuten sich an dem bunten Programm mit Rummel, Mittelaltermarkt, Straßenkünstlern und den geöffneten Geschäften. An Anfang und Ende der Fußgängerzone bot sich dabei ein ungewöhnliches Bild: Sowohl an der Rathaus-Kreuzung als auch neben dem City-Point in Höhe Druselturm standen zwei geparkte Autos, die offenbar die Zufahrt versperren sollten.

Seit fünf Jahren setzt die Stadt Kassel zum Schutz vor Amok- oder Terrorfahrten eigentlich auf mobile Betonpoller. Als sie diese zum Weihnachtsmarkt 2016 einführte, fand das bundesweit Beachtung. Die Lösung von Sonntag wirkte dagegen auf einige Besucher improvisiert. Das Gerücht machte die Runde, die städtischen Veranstalter hätten versäumt, rechtzeitig die Poller zu organisieren.

Kassel: Darum versperren Autos die Innenstadt während der Casseler Freyheit

Auf Nachfrage unserer Zeitung gaben sich sowohl Kassel Marketing als auch das städtische Ordnungsamt zunächst zugeknöpft. Die Sicherheitsmaßnahmen seien mit dem Ordnungsamt abgestimmt, sagte Andrea Behrens von Kassel Marketing. Dabei gelte die Regel, dass zu Details keine Auskünfte gegeben werde. Auf die Frage, ob die Poller vergessen wurden, sagte Behrens: „Das ist schon besprochen worden.“ Alles sei abgestimmt gewesen.

Auch das Ordnungsamt teilte auf HNA-Nachfrage zunächst mit, dass man grundsätzlich keine öffentlichen Stellungnahmen zu Sicherheitsvorkehrungen abgebe. „Generell gilt aber: Die Sicherheitsbehörden gehen bei der Ausarbeitung des Sicherheitskonzeptes von einer abstrakt hohen Gefahrenlage ohne Anhaltspunkte in Bezug auf eine konkrete Gefahr aus.“

Diese Einschätzung werde ständig neu bewertet. „Dabei werden auch aktuelle Entwicklungen berücksichtigt, sodass sich jederzeit eine andere Bewertung – auch kurzfristig – ergeben kann. Falls sich daraus Handlungserfordernisse ergeben sollten, werden diese kurzfristig umgesetzt“, so das Statement aus dem Ordnungsamt.

Einsatz von Pollern in der Kasseler Innenstadt versäumt? „Vorwurf weisen wir zurück“

Zum Thema, ob es womöglich versäumt wurde, an die Poller zu denken, gab es erst auf nochmalige Nachfrage eine Antwort. Darin heißt es: „Den Vorwurf, dass der Einsatz von Pollern versäumt wurde, weisen wir zurück. Beispielsweise wurden, wie im Sicherheitskonzept vorgesehen, Poller oberhalb des Königsplatzes aus Richtung Kölnische Straße eingesetzt.

Das zwischen Veranstalter und Sicherheitsbehörden abgestimmte Sicherheitskonzept sah außerdem vor, dass der Tramverkehr bei einem hohen Besucheraufkommen über den Scheidemannplatz umgeleitet wird und die Eingänge zur Fußgängerzone mit Fahrzeugen blockiert werden. Im Verlauf der Veranstaltung wurde dementsprechend auf den hohen Besucherandrang reagiert.“ Und wie sieht es in Hinblick auf den Weihnachtsmarkt aus? Andrea Behrens: „Ich gehe davon aus, dass die Poller aufgestellt werden.“ (Katja Rudolph und Florian Hagemann)

Auf dem Weihnachtsmarkt 2021 in Kassel gelten allerdings besondere Corona-Regeln.

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