Gutachter für Verringerung der Autofahrten um zwei Drittel

Autoverkehr soll aus der Stadt verdrängt werden

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Zwei Drittel weniger Autoverkehr: Unsere Grafik mit einem Bild des Verkehrs auf dem Steinweg in der Kasseler Innenstadt macht anschaulich, welche Folgen diese Zielsetzung im Arbeitspapier zum künftigen Verkehrsentwicklungsplan haben würde.

Kassel. In der Stadt soll die Zahl der Autofahrten auf ein Drittel des heutigen Werts reduziert werden. So steht es als Vorschlag in einem Arbeitspapier der Stadtverwaltung zum Verkehrsentwicklungsplan (VEP) 2030. Dieser Plan soll bis Anfang 2015 vollendet sein.

Derzeit werden 43,4 Prozent der Wege in der Stadt mit dem Auto erledigt. Die Idee, einen Wert von nur noch etwa 15 Prozent anzupeilen, sorgt für Alarmstimmung. Ein solches verkehrspolitisches Ziel sei „utopisch, realitäts- und lebensfremd“, sagt der CDU-Stadtverordnete Dominique Kalb. Der Verkehrsexperte der CDU-Rathausfraktion kritisiert: „Mit dirigistischen Zwangsmaßnahmen sollen ideologische Ziele umgesetzt werden, wobei die verkehrstechnische Zweckmäßigkeit keine Rolle spielt.“

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Im Sachstandsbericht zum VEP finden sich auch Vorschläge, wie die „Reduzierung des Kfz-Anteils auf circa ein Drittel der Fahrten“ durchgesetzt werden könnte. Neben der Förderung des Rad- sowie öffentlichen Nahverkehrs werden auch der Rückbau von Straßen und Kreuzungen und die Erweiterung der Parkgebührenzone sowie die Erhöhung von Parkgebühren genannt.

Zu den Vorschlägen zur Reduzierung des Autoverkehrs gehören auch Pförtnerampeln, die in den Hauptverkehrszeiten Autos vor den Toren der Stadt zurückhalten sollen, sowie Tempo 30 auf Hauptverkehrsstraßen.

Bei dem Sachstandsbericht handele es sich um ein internes Arbeitspapier der Stadt Kassel, sagt deren Pressesprecher Ingo Happel-Emrich. Es handele sich nicht um die endgültigen Maßnahmen des Verkehrsentwicklungsplanes, sondern um Vorschläge der Gutachter. Diese sollen in nächsten Schritten diskutiert, bewertet und abgestimmt werden. „Dazu wird unter anderem im Mai dieses Jahres eine nächste große Bürgerbeteiligung erfolgen“, kündigt Happel-Emrich an.

Von Jörg Steinbach

In der gedruckten Ausgabe am Montag lesen Sie außerdem: „Staus künftig nur am Stadtrand“ und „Wie Kassel im Jahr 2030 unterwegs sein soll“.

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